Liebesgedichte 2015 – Auch zum Valentinstag 2015 gibt es wieder tolle Gedichte zum Vorlesen, Vortragen oder Schreiben in ihre Liebespost.

Die Liebe ist ein Gut, welches besonders am Valentinstag in den Vordergrund tritt. Dieser Tag geht auf das 14. Jahrhundert zurück und gilt als Tag derer, die sich finden und lieben werden. Die Romantik ist hier in jedem Land anders, Blumen und Geschenke werden an die geliebte Person gegeben und Verabredungen sind überall beliebt.

Liebes Gedichte für die Liebsten

Poesie ist eine besondere Kunstform, die zu den ältesten Möglichkeiten gehört, seine Liebe und sein Herz der Person zu schenken, die begehrt wird. Mehrere Valentins haben den Valentinstag als besonderen Tag benannt und besonders die Lyrik konnte hier Früchte tragen. Liebesgedichte sind heute neben der Dramatik die interessantesten Darstellungen von Gefühlen. Sie liegen eigentlich immer im Fokus und sind vor allem in der Zeit der Romantiker populär geworden, etwa von 1795-1848, die die Hochzeit der romantischen Literatur darstellte.

Valentinstaggedichte 2014

Finden Sie hier tolle Gedichte zum Valentinstag!

fruehlingsfest

Liebesgedicht : Begegnung

Begegnung

Wir saßen an zwei Tischen – wo? – im All …
Was Schenke, Stadt, Land, Stern – was tut? s dazu!
Wir saßen irgendwo im Reich des Lebens …
Wir saßen an zwei Tischen, hier und dort. Und meine Seele brannte: Fremdes Mädchen,
wenn ich in deine Augen dichten dürfte –
wenn dieser königliche Mund mich lohnte –
und diese königliche Hand mich krönte –
Und deine Seele brannte: Fremder Jüngling,
wer bist du, dass du mich so tief erregtest –
dass ich die Knie dir umfassen möchte –
und sagen nichts als: Liebster, Liebster, Liebster -!
Und unsre Seelen schlugen fast zusammen.
Doch jeder blieb an seinem starren Tisch –
und stand zuletzt mit denen um ihn auf –
und ging hinaus-und sahn uns nimmermehr.

Von Christian Morgenstern 1871 – 1914

Liebesgedichte zum Valentinstag : An die Entfernte

An die Entfernte

So hab ich wirklich dich verloren?
Bist du, o Schöne, mir entflohn?
Noch klingt in den gewohnten Ohren
Ein jedes Wort, ein jeder Ton.

So wie des Wandrers Blick am Morgen
Vergebens in die Lüfte dringt,
Wenn, in dem blauen Raum verborgen,
Hoch über ihm die Lerche singt:

So dringet ängstlich hin und wieder
Durch Feld und Busch und Wald mein Blick;
Dich rufen alle meine Lieder:
O komm, Geliebte, mir zurück!

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Gedichte zum Valentinstag : Versunken

Versunken

Voll Locken kraus ein Haupt so rund! –
Und darf ich dann in solchen reichen Haaren
Mit vollen Händen hin und wider fahren,
Da fühl ich mich von Herzensgrund gesund.
Und küß ich Stirne, Bogen, Auge, Mund,
Dann bin ich frisch und immer wieder wund.
Der fünfgezackte Kamm, wo sollt er stocken?
Er kehrt schon wieder zu den Locken.
Das Ohr versagt sich nicht dem Spiel,
Hier ist nicht Fleisch, hier ist nicht Haut,
So zart zum Scherz, so liebeviel!
Doch wie man auf dem Köpfchen kraut,
Man wird in solchen reichen Haaren
Für ewig auf und nieder fahren.
So hast du, Hafis, auch getan,
Wir fangen es von vornen an.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Valentinstag Liebesgedicht : Ständchen

Ständchen

Schlafe, Liebchen, weil’s auf Erden
Nun so still und seltsam wird!
Oben gehn die goldnen Herden,
Für uns alle wacht der Hirt.

In der Ferne ziehn Gewitter;
Einsam auf dem Schifflein schwank,
Greif’ ich draußen in die Zitter,
Weil mir gar so schwül und bang.

Schlingend sich an Bäum’ und Zweigen
In Dein stilles Kämmerlein,
Wie auf goldnen Leitern, steigen
Diese Töne aus und ein.

Und ein wunderschöner Knabe
Schifft hoch über Tal und Kluft,
Rührt mit seinem goldnen Stabe
Säuselnd in der lauen Luft.

Und in wunderbaren Weisen
Singt er ein uraltes Lied,
Das in linden Zauberkreisen
Hinter seinem Schifflein zieht.

Ach, den süßen Klang verführet
Weit der buhlerische Wind,
Und durch Schloß und Wand ihn spüret
Träumend jedes schöne Kind.

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Liebesgedicht : Deine Küsse

Deine Küsse

Deine Küsse, deine Brüste, deine Arme
Pressen noch lüstewarm meinen Leib.
Dein Blut, dein Fleisch
Ruht noch lüstewarm an mir.
Meine Schritte schallen,
Meine Schritte fallen härter von Stein zu Stein,
Die Erde nimmt mich in ihre Mitte,
Verwundert fällt es mir ein:
Wir lagen draußen im Weltenraum,
Wir beide allein.

Von Max Dauthendey 1867 – 1918

Liebesgedichte zum Valentinstag : Worte der Liebe

Worte der Liebe

Freudvoll und leidvoll, gedankenvoll sein,
langen und bangen in schwebender Pein,
himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt-
glücklich allein ist die Seele, die liebt.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749 – 1832

Liebesgedicht : Die schönste aller Locken

Die schönste aller Locken

In stiller, wehmutweicher Abendstunde
Umklingen mich die längst verschollnen Lieder,
Und Tränen fließen von der Wange nieder,
Und Blut entquillt der alten Herzenswunde.

Und wie in eines Zauberspiegels Grunde
Seh ich das Bildnis meiner Liebsten wieder;
Sie sitzt am Arbeitstisch, im roten Mieder,
Und Stille herrscht in ihrer sel’gen Runde.

Doch plötzlich springt sie auf vom Stuhl und schneidet
Von ihrem Haupt die schönste aller Locken,
Und gibt sie mir – vor Freud’ bin ich erschrocken!

Mephisto hat die Freude mir verleidet.
Er spann ein festes Seil von jenen Haaren,
Und schleift mich dran herum seit vielen Jahren.

Von Heinrich Heine 1797 – 1856

Liebesgedicht : Ohne Titel

Ohne Titel

Wie des Mondes Abbild zittert
In den wilden Meereswogen,
Und er selber still und sicher
Wandelt an dem Himmelsbogen:

Also wandelst du, Geliebte,
Still und sicher, und es zittert
Nur dein Abbild mir im Herzen,
Weil mein eignes Herz erschüttert.

Von Heinrich Heine 1797-1856

Liebesgedicht : Glück ist wie Blütenduft

Glück ist wie Blütenduft

Glück ist wie Blütenduft,
der dir vorüber fliegt …
Du ahnest dunkel Ungeheures,
dem keine Worte dienen –
schließest die Augen,
wirfst das Haupt zurück –
und, ach!
vorüber ist’s.

Von Christian Morgenstern 1871 – 1914

Liebesgedichte zum Valentinstag : Liebeslied

Liebeslied

Ich bin eine Harfe
Mit goldenen Saiten,
Auf einsamem Gipfel
über die Fluren
Erhöht.

Du lass die Finger leise
Und sanft darübergleiten,
Und Melodien werden
Aufraunen und aufrauschen,
Wie nie noch Menschen hörten.
Das wird ein heilig Klingen
über den Landen sein.

Ich bin eine Harfe
Mit goldenen Saiten,
Auf einsamem Gipfel
über die Fluren
Erhöht,
Und harre Deiner,
Oh Priesterin!
Dass meine Geheimnisse
Aus mir brechen

Und meine Tiefen
Zu reden beginnen
Und wie ein Mantel
Meine Töne
Um Dich fallen –
Ein Purpurmantel
Der Unsterblichkeit.

Von Christian Morgenstern 1871 – 1914

Gedichte zum Valentinstag : Der Abschied

Der Abschied

Laß mein Aug den Abschied sagen,
Den mein Mund nicht nehmen kann!
Schwer, wie schwer ist er zu tragen!
Und ich bin doch sonst ein Mann.

Traurig wird in dieser Stunde
Selbst der Liebe süßtes Pfand,
Kalt der Kuß von deinem Munde,
Matt der Druck von deiner Hand.

Sonst, ein leicht gestohlnes Mäulchen,
O wie hat es mich entzückt!
So erfreuet uns ein Veilchen,
Das man früh im März gepflückt.

Doch ich pflücke nun kein Kränzchen,
Keine Rose mehr für dich.
Frühling ist es, liebes Fränzchen,
Aber leider Herbst für mich!

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Valentinstag Liebesgedicht : Ewigkeiten

Ewigkeiten

So beginnen Ewigkeiten ? ?

Wenn von herbstdurchbebten Bäumen
still die Blätter niedergleiten,
wenn in blauen Sehnsuchtsweiten
eines Vogels Lied verweht ? ?

Wenn ich tief in deinen Augen
deine reine Seele grüsse
und wir dann im Sonnensinken
wortlos betend heimwärts schreiten ? ?

So beginnen Ewigkeiten.

Ein Liebesgedicht von Bruno Ertler 1889 – 1927

Liebesgedicht : Der Liebende an eine verwelkte Blume

Der Liebende an eine verwelkte Blume

Diese Blume ? ach sie kam von ihr!
Auch verwelkt noch ist sie heilig mir.
Längst sind ihre Farben hingeschwunden,
Wie die Seligkeit vergangner Stunden –
Aber dennoch bleibt sie heilig mir,
Diese Blume ? denn sie kam von ihr.

Tausend blühen schimmernd jetzt im Hain –
Farb’ und Duft erfüllt ihr kurzes Sein –
Aber mich reizt ihre Schönheit nicht,
Wenn nicht ihre Hand sie für mich bricht.
Längst verblichne Blume, Du allein
Sollst mir Weihgeschenk des Frühlings Sein.

Tränen trüben schwellend meinen Blick,
Denk’ ich an den schönen Tag zurück,
Wo sie Dich im Morgentau mir pflückte,
Und ich zärtlich an mein Herz Dich drückte.
Teure Blume ? mein entfloh’nes Glück
Kehrt wie deine Farbe nie zurück!

Von Charlotte von Ahlefeld 1781 – 1849

Liebesgedicht : Der Kuss

Der Kuss

Ward Unsterblichkeit mir? Stieg ein Olympier
Mit der Schale herab? Bebte sein goldner Kelch,
Voll der Trauben des Himmels,
Um die Lippe des Taumelnden?

Wehe Kühlung mir zu, wann du mir wiederum
Reichst den glühenden Kelch, daß mir die Seele nicht
Ganz im Feuer zerfließe;
Wehe, wehe mir Kühlung zu!

Unter Blüthen des Mays spielt’ ich mit ihrer Hand;
Kos’te liebelnd mit ihr, schaute mein schwebendes
Bild im Auge des Mädchens;
Raubt’ ihr bebend den ersten Kuß!

Ewig strahlt die Gestalt mir in der Seel’ herauf;
Ewig flieget der Kuß, wie ein versengend Feur,
Mir durch Mark und Gebeine;
Ewig zittert mein Herz nach ihr!

Von Ludwig Christoph Heinrich Hölty 1748-1776

Gedichte zum Valentinstag : In der Fremde

In der Fremde

Ich hör’ die Bächlein rauschen
Im Walde her und hin,
Im Walde in dem Rauschen
Ich weiß nicht, wo ich bin.

Die Nachtigallen schlagen
Hier in der Einsamkeit,
Als wollten sie was sagen
Von der alten, schönen Zeit.

Die Mondesschimmer fliegen,
Als seh’ ich unter mir
Das Schloß im Tale liegen,
Und ist doch so weit von hier!

Als müßte in dem Garten
Voll Rosen weiß und rot,
Meine Liebste auf mich warten,
Und ist doch lange tot.

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Liebesgedicht : Schnauz und Miez

Schnauz und Miez

Ri-ra-rumpelstiez,
wo ist der Schnauz, Wo ist die Miez?
Der Schnauz, der liegt am Ofen
und leckt sich seine Pfoten.
Die Miez, die sitzt am Fenster
und wäscht sich ihren Spenzer.
Rumpeldipumpel, schnaufeschnauf,
da kommt die Frau die Treppe rauf.
Was bringt die Frau dem Kätzchen?
Einen Knäul, einen Knäul, mein Schätzchen,
einen Knäul aus grauem Wollenflaus,
der aussieht wie eine kleine Maus.
Was bringt die Frau dem Hündchen?
Ein Halsband, mein Kindchen,
ein Halsband von besondrer Art,
auf welchem steht: Schnauz Schnauzebart.
Ri-ra-rumpeldidaus,
und damit ist die Geschichte aus.

Von Christian Morgenstern 1871 – 1914

Gedichte zum Valentinstag : Die beiden

Die beiden

Sie trug den Becher in der Hand
? Ihr Kinn und Mund glich seinem Rand ?,
So leicht und sicher war ihr Gang,
Kein Tropfen aus dem Becher sprang.

So leicht und fest war seine Hand:
Er ritt auf einem jungen Pferde,
Und mit nachlässiger Gebärde
Erzwang er, dass es zitternd stand.

Jedoch, wenn er aus ihrer Hand
Den leichten Becher nehmen sollte,
So war es beiden allzu schwer:

Denn beide bebten sie so sehr,
Dass keine Hand die andre fand
Und dunkler Wein am Boden rollte.

Ein Liebesgedicht von Hugo von Hofmannsthal 1874 – 1929

Gedichte zum Valentinstag : Die Seligkeit der Liebenden

Die Seligkeit der Liebenden

Ein goldner Stern hing über euren Wiegen,
Wenn Gott ein liebend Herz euch gab;
Und geudete Vergnügen auf Vergnügen,
Aus voller Urn?, auf euch herab!

Ein goldner Stern, wenn ihr das Mädchen findet,
Das euch im Jugendtraum begrüßt;
Wenn Arm um Arm, und Geist um Geist sich windet,
Und taumelnd Seel’ in Seele fließt.

Die Liebe streut den May auf Winterfluren,
Streut auf die Wildniß Tanz und Spiel;
Enthüllet uns der Gottheit lichte Spuren,
Giebt uns des Himmels Vorgefühl.

Von Ludwig Christoph Heinrich Hölty 1748-1776

Gedichte zum Valentinstag : An eine Schläferin

An eine Schläferin

Erwache, schöne Schläferinn,
Falls dieser Kuß nicht zu bestrafen:
Doch wenn ich dir zu zärtlich bin;
Schlaf, oder scheine mir zu schlafen.

Die Unschuld, die nur halb erwacht,
Wann Lieb und Wollust sie erregen,
Hat öfters manchen Traum vollbracht,
Den Spröde sich zu wünschen pflegen.

Was du empfindest, ist ein Traum:
Doch kann ein Traum so schön betriegen?
Giebst du der Liebe selbst nicht Raum:
So laß dich dann ihr Bild vergnügen.

Ein Liebesgedicht von Friedrich von Hagedorn 1708-1754

Gedichte zum Valentinstag : Ach, wie sehn ich mich nach dir

Ach, wie sehn ich mich nach dir

Ach, wie sehn ich mich nach dir,
Kleiner Engel! Nur im Traum,
Nur im Traum erscheine mir!
Ob ich da gleich viel erleide,
Bang um dich mit Geistern streite
Und erwachend atme kaum.
Ach, wie sehn ich mich nach dir,
Ach, wie teuer bist du mir,
Selbst in einem schweren Traum.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749 – 1832

Valentinstag Liebesgedicht : Ohne Titel

Ohne Titel

Wenn ich in deine Augen seh,
So schwindet all mein Leid und Weh;
Doch wenn ich küsse deinen Mund,
So werd ich ganz und gar gesund.

Wenn ich mich lehn an deine Brust,
Kommts über mich wie Himmelslust;
Doch wenn du sprichst: Ich liebe dich!
So muß ich weinen bitterlich.

Von Heinrich Heine 1797-1856

Liebesgedicht : Beim Erwachen

Beim Erwachen

Tiefer ins Morgenrot versinken die Sterne alle
Fern nur aus Träumen dämmert dein Bild noch vorüber,
Und weinender tauch’ ich aus seliger Flut. –

Aber im Herzen tief bewahr’ ich die lieben Züge,
Trage sie schweigend durch des Tages Gewühle
Bis wieder zur stillen träumenden Nacht.

Von Joseph von Eichendorff 1788 – 1857

Valentinstag Liebesgedicht : Zur Antwort

Zur Antwort

Dir ist sonst der Mund verschlossen,
Du antwortest mir ja kaum,
Nur zu Liedern süßen Klanges
öffnest du ihn, wie im Traum.
Könnt ich auch so dichten, würden
Hübsch auch meine Lieder sein,
Sänge nur, wie ich dich liebe,
Sänge nur: ganz bin ich dein.

Ich kann dir ins Antlitz schauen,
Heiter, wie das Kind ins Licht;
Ich kann lieben, kosen, küssen,
Aber dichten kann ich nicht.
Könnt ich auch so dichten, würden
Hübsch auch meine Lieder sein,
Sänge nur, wie ich dich liebe,
Sänge nur: ganz bin ich dein.

Ein Liebesgedicht von Adelbert von Chamisso 1781-1838

Liebesgedichte zum Valentinstag : Mondnacht

Mondnacht

Es war, als hätt der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt.

Die Luft ging durch die Felder,
Die ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Liebesgedichte zum Valentinstag : Der Blick

Der Blick

Schaust du mich aus deinen Augen
Lächelnd wie aus Himmeln an,
Fühl’ ich wohl, daß keine Lippe
Solche Sprache führen kann.

Könnte sie’s auch wörtlich sagen,
Was dem Herzen tief entquillt,
Still den Augen aufgetragen,
Wird es süßer nur erfüllt.

Und ich seh’ des Himmels Quelle,
Die mir lang verschlossen war,
Wie sie bricht in reinster Helle
Aus dem reinsten Augenpaar.

Und ich öffne still im Herzen
Alles, alles diesem Blick,
Und den Abgrund meiner Schmerzen
Füllt er strömend aus mit Glück.

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Valentinstag Liebesgedicht : Du und ich

Du und ich

Du und ich!
Wunschlose Seligkeit
Strömt deine Nähe über mich.
Der Alltag wird zur Sonntagszeit,
Unsterblich schlingt das Leben sich
Um uns. Und Menschengöttlichkeit
Fühl’ ich bei dir durch dich.

Was einst gewesen, weiß ich kaum.
Die enge Welt wird weiter Raum.
Und Holz wird Eisen, Eisen Holz
Und Stolz wird Demut, Demut Stolz.
Gar wunderbare Weisen
Singt dann bei seinen Kreisen
Mein Blut im Paradies für mich.
Es haben alle Wünsche Ruh’, –
Ich weiß nicht mehr, wer bist dann du.
Ich weiß nicht mehr, wer bin dann ich

Von Max Dauthendey 1867 – 1918

Liebesgedicht : Die Entzückung an Laura

Die Entzückung an Laura

Laura, über diese Welt zu flüchten
Wähn’ ich – mich in Himmelmaienglanz zu lichten,
Wenn dein Blick in meine Blicke flimmt;
ätherlüfte träum’ ich einzusaugen,
Wenn mein Bild in deiner sanften Augen
Himmelblauen Spiegel schwimmt.
Leierklang aus Paradieses Fernen,
Harfenschwung aus angenehmern Sternen
Ras’ ich in mein trunknes Ohr zu ziehn;
Meine Muse fühlt die Schäferstunde,
Wenn von deinem wollustheißen Munde
Silbertöne ungern fliehn.

Amoretten seh’ ich Flügel schwingen,
Hinter dir die trunknen Fichten springen,
Wie von Orpheus’ Saitenruf belebt;
Rascher rollen um mich her die Pole;
Wenn im Wirbeltanze deine Sohle
Flüchtig wie die Welle schwebt.

Deine Blicke – wenn sie Liebe lächeln,
Könnten Leben durch den Marmor fächeln,
Felsenadern Pulse leihn;
Träume werden um mich her zu Wesen,
Kann ich nur in deinen Augen lesen:
Laura, Laura mein!

Von Johann Christoph Friedrich von Schiller 1759-1805

Liebesgedicht : Vor dir schein ich aufgewacht

Vor dir schein ich aufgewacht

Vor dir schein ich aufgewacht,
und ich küsse dich am Halse,
und du, ohne Lid zu heben,

legst den Arm um mich, und sacht,
wie nach einer Chopin-Valse,
meinst du mit mir hinzuschweben ?

Von Christian Morgenstern 1871 – 1914

Gedichte zum Valentinstag : Ohne Titel

Ohne Titel

Unterm weißen Baume sitzend,
Hörst du fern die Winde schrillen,
Siehst, wie oben stumme Wolken
Sich in Nebeldecken hüllen;

Siehst, wie unten ausgestorben
Wald und Flur, wie kahl geschoren;
Um dich Winter, in dir Winter,
Und dein Herz ist eingefroren.

Plötzlich fallen auf dich nieder
Weiße Flocken, und verdrossen
Meinst du schon, mit Schneegestöber
Hab der Baum dich übergossen.

Doch es ist kein Schneegestöber,
Merkst es bald mit freudgem Schrecken;
Duftge Frühlingsblüten sind es,
Die dich necken und bedecken.

Welch ein schauersüßer Zauber!
Winter wandelt sich in Maie,
Schnee verwandelt sich in Blüten,
Und dein Herz es liebt aufs neue

Von Heinrich Heine 1797-1856

Gedichte zum Valentinstag : Ohne Titel

Ohne Titel

Dein Angesicht so lieb und schön,
Das hab ich jüngst im Traum gesehn,
Es ist so mild und engelgleich,
Und doch so bleich, so schmerzenbleich.

Und nur die Lippen, die sind rot;
Bald aber küßt sie bleich der Tod.
Erlöschen wird das Himmelslicht,
Das aus den frommen Augen bricht.

Von Heinrich Heine 1797-1856

Liebesgedicht : Sehnsucht

Sehnsucht

Ach, aus dieses Tales Gründen,
Die der kalte Nebel drückt,
Könnt ich doch den Ausgang finden,
Ach wie fühlt ich mich beglückt!
Dort erblick ich schöne Hügel,
Ewig jung und ewig grün!
Hätt ich Schwingen, hätt ich Flügel,
Nach den Hügeln zög ich hin.

Harmonien hör ich klingen,
Töne süsser Himmelsruh,
Und die leichten Winde bringen
Mir der Düfte Balsam zu,
Goldne Früchte seh ich glühen,
Winkend zwischen dunkelm Laub,
Und die Blumen, die dort blühen,
Werden keines Winters Raub.

Ach wie schön muss sichs ergehen
Dort im ewgen Sonnenschein,
Und die Luft auf jenen Höhen,
O wie labend muss sie sein!
Doch mir wehrt des Stromes Toben,
Der ergrimmt dazwischen braust,
Seine Wellen sind gehoben,
Dass die Seele mir ergraust.

Einen Nachen seh ich schwanken,
Aber ach! der Fährmann fehlt.
Frisch hinein und ohne Wanken,
Seine Segel sind beseelt.
Du musst glauben, du musst wagen,
Denn die Götter leihn kein Pfand,
Nur ein Wunder kann dich tragen
In das schöne Wunderland.

Von Johann Christoph Friedrich von Schiller 1759-1805

Valentinstag Liebesgedicht : Deine schönen Augen

Deine schönen Augen

Du hast Diamanten und Perlen,
Hast alles, was Menschenbegehr,
Und hast die schönsten Augen –
Mein Liebchen, was willst du mehr?

Auf deine schönen Augen
Hab ich ein ganzes Heer
Von ewigen Liedern gedichtet
Mein Liebchen, was willst du mehr?

Mit deinen schönen Augen
Hast du mich gequält so sehr,
Und hast mich zu Grunde gerichtet
Mein Liebchen, was willst du mehr?

Von Heinrich Heine 1797 – 1856

Liebesgedichte zum Valentinstag : Lebensluft

Lebensluft

Freiheit!
Freiheit!
Nur keine Liebe,
die ich nicht will,
nur keine Vogelschlingen
mich Liebender,
nur kein Handauflegen
den leichten Flügeln
der Seele!
Denn alle Liebe
will besitzen,
und ich
will nicht
besessen sein.

Von Christian Morgenstern 1871 – 1914

Liebesgedicht :
Sturmnacht

Sturmnacht

Die Sturmnacht hat uns vermählt
In Brausen und Toben und Bangen:
Was unsre Seelen sich lange verhehlt,
Da ist’s uns aufgegangen.

Ich las so tief in deinem Blick
Beim Strahl vom Wetterleuchten:
Ich las darin mein flammend Glück,
In seinem Glanz, dem feuchten.

Es warf der Wind dein duftges Haar
Mir spielend um Stirn und Wangen,
Es flüsterte lockend die Wellenschar
Von heißem tiefem Verlangen.

Die Lippen waren sich so nah,
Ich hielt dich fest umschlungen;
Mein Werben und dein stammelnd Ja,
Die hat der Wind verschlungen …

Ein Liebesgedicht von Hugo von Hofmannsthal 1874 – 1929

Gedichte zum Valentinstag : [An Ulrike v. Levetzow]

[An Ulrike v. Levetzow]

Am heißen Quell verbringst du deine Tage,
Das regt mich auf zu innerm Zwist;
Denn wie ich dich so ganz im Herzen trage,
Begreif ich nicht, wie du wo anders bist.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Liebesgedichte zum Valentinstag : Ohne Titel

Ohne Titel

Mit deinen blauen Augen
Siehst du mich lieblich an,
Da wird mir so träumend zu Sinne,
Daß ich nicht sprechen kann.

An deine blauen Augen
Gedenk ich allerwärts;
Ein Meer von blauen Gedanken
Ergießt sich über mein Herz.

Von Heinrich Heine 1797-1856

Liebesgedicht : Zur Unzeit

Zur Unzeit

Ich wollte, wie gerne, dich herzen,
Dich wiegen in meinem Arm,
Dich drücken an meinem Herzen,
Dich hegen so traut und so warm.

Man verscheuchet mit Rauch die Fliegen,
Mit Verdrießlichkeit wohl den Mann;
Und wollt ich an dich mich schmiegen,
Ich täte nicht weise daran.

Wohl zieht vom strengen Norden
Ein trübes Gewölk herauf,
Ich bin ganz stille geworden,
Ich schlage die Augen nicht auf.

Ein Liebesgedicht von Adelbert von Chamisso 1781-1838

Liebesgedicht : Liebes-Lied

Liebes-Lied

Wie soll ich meine Seele halten, dass
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.

Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O süsses Lied.

Von Rainer Maria Rilke 1875 – 1926

Gedichte zum Valentinstag : Angedenken

Angedenken

Wenn Zwei geschieden sind von Herz und Munde,
Da zieh’n Gedanken über Berg’ und Schlüfte
Wie Tauben säuselnd durch die blauen Lüfte,
Und tragen hin und wider süße Kunde.

Ich schweif’ umsonst, so weit der Erde Runde,
Und stieg’ ich hoch auch über alle Klüfte:
Dein Haus ist höher noch als diese Lüfte,
Da reicht kein Laut hin, noch zurück zum Grunde.

Ja, seit Du tot – mit seinen blüh’nden Borden
Wich ringsumher das Leben mir zurücke,
Ein weites Meer, wo keine Bahn zu finden.

Doch ist Dein Bild zum Sterne mir geworden,
Der nach der Heimat weist mit stillem Blicke,
Daß fromm der Schiffer streite mit den Winden.

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Valentinstag Liebesgedicht : Liedchen

Liedchen

Euch Wolken beneid’ ich
In blauer Luft,
Wie schwingt ihr euch freudig
über Berg und Kluft!

Mein Liebchen wohl seht ihr
Im Garten gehn,
Am Springbrunnen steht sie
So morgenschön.

Und wäscht an der Quelle
Ihr goldnes Haar,
Die äugelein helle,
Und blickt so klar.

Und Busen und Wangen
Dürft ihr besehn,
Ich brenn’ vor Verlangen,
Und muß hier stehn!

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Valentinstag Liebesgedicht : An * *

An * *

Da steht man nun in fremder Stadt allein
mit dem, was man gefehlt und man getan,
und den man liebt, der will nicht bei dir sein
und wandelt eigenwillig eigne Bahn.

Und einer Liebe wunderreicher Hort
bleibt unerschöpft und ewig unerlebt;
ich stehe einsam hier, du einsam dort,
und sind im Tiefsten doch so ganz verwebt.

Von Christian Morgenstern 1871 – 1914

Liebesgedicht : Ohne Titel

Ohne Titel

Ich hab mir lang den Kopf zerbrochen,
Mit Denken und Sinnen, Tag und Nacht,
Doch deine liebenswürdigen Augen,
Sie haben mich zum Entschluß gebracht.

Jetzt bleib ich, wo deine Augen leuchten,
In ihrer süßen, klugen Pracht
Daß ich noch einmal würde lieben,
Ich hätt es nimmermehr gedacht.

Von Heinrich Heine 1797-1856

Liebesgedicht : Nähe des Geliebten

Nähe des Geliebten

Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
Vom Meer erstrahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.

Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.

Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt;
Im stillen Haine geh ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.

Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
O wärst du da!

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749 – 1832

Valentinstag Liebesgedicht : Der neue Amor

Der neue Amor

Amor, nicht das Kind, der Jüngling, der Psychen verführte,
Sah im Olympus sich um, frech und der Siege gewohnt;
Eine Göttin erblickt’ er, vor allen die herrlichste Schöne,
Venus Urania wars, und er entbrannte für sie.
Ach! die Heilige selbst, sie widerstand nicht dem Werben,
Und der Verwegene hielt fest sie im Arme bestrickt.
Da entstand aus ihnen ein neuer lieblicher Amor,
Der dem Vater den Sinn, Sitte der Mutter verdankt.
Immer findest du ihn in holder Musen Gesellschaft,
Und sein reizender Pfeil stiftet die Liebe der Kunst.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Gedichte zum Valentinstag : Süsse Sorgen

Süsse Sorgen

Weichet, Sorgen, von mir! – Doch ach! den sterblichen Menschen
Lässet die Sorge nicht los, eh ihn das Leben verläßt.
Soll es einmal denn sein, so kommt, ihr Sorgen der Liebe,
Treibt die Geschwister hinaus, nehmt und behauptet mein Herz!

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Liebesgedichte zum Valentinstag : O glücklich, wer ein Herz gefunden!

O glücklich, wer ein Herz gefunden!

O glücklich, wer ein Herz gefunden,
Das nur in Liebe denkt und sinnt
Und mit der Liebe treu verbunden
Sein schönres Leben erst beginnt!

Wo liebend sich zwei Herzen einen,
Nur eins zu sein in Freud und Leid,
Da muß des Himmels Sonne scheinen
Und heiter lächeln jede Zeit.

Die Liebe, nur die Lieb ist Leben:
Kannst du dein Herz der Liebe weihn,
So hat dir Gott genug gegeben,
Heil dir! Die ganze Welt ist dein!

Von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1798-1874

Valentinstag Liebesgedicht : Das neue Leben

Das neue Leben

Eia! wie so wach und froh,
Froh und wach sind meine Sinnen!
O, von welcher Sonne floh
Meines Lebens Nacht von hinnen?
Wie so holden Gruß entbot
Mir das neue Morgenrot!

Mein erheitertes Gesicht
Siehet Paradiese blühen!
Welche Töne! Hör’ ich nicht
Aller Himmel Melodieen?
O wie süß erfüllt die Luft
Edens Amarantenduft!

Evan! bist du mir so nah’,
Mir so nah bei jedem Mahle?
Kehrst du in Ambrosia
Und in Nektar diese Schale?
Geber der Ambrosia
Und des Nektars, mir so nah’?

Liebe! deine Wunderkraft
Hat mein Leben neu geboren,
Hat zu hoher Götterschaft
Mich hienieden schon erkoren!
Ohne Wandel! ewig so!
Ewig jung und ewig froh!

Von Gottfried August Bürger 1747-1794

Liebesgedichte zum Valentinstag : Geheimnis

Geheimnis

über meines Liebchens äugeln
Stehn verwundert alle Leute;
Ich, der Wissende, dagegen
Weiß recht gut, was das bedeute.

Denn es heißt: ich liebe diesen,
Und nicht etwa den und jenen.
Lasset nur, ihr guten Leute,
Euer Wundern, euer Sehnen!

Ja, mit ungeheuren Mächten
Blicket sie wohl in die Runde;
Doch sie sucht nur zu verkünden
Ihm die nächste süße Stunde.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Liebesgedichte zum Valentinstag : Der junge Ehemann

Der junge Ehemann

Hier unter dieser Linde
Saß ich viel tausendmal
Und schaut’ nach meinem Kinde
Hinunter in das Tal,
Bis daß die Sterne standen
Hell über ihrem Haus
Und weit in den stillen Landen
Alle Lichter löschten aus.

Jetzt neben meinem Liebchen
Sitz’ ich im Schatten kühl,
Sie wiegt ein muntres Bübchen,
Die Täler schimmern schwül,
Und unten im leisen Winde
Regt sich das Kornfeld kaum
Und über uns säuselt die Linde –
Es ist mir noch wie ein Traum.

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Gedichte zum Valentinstag : Nach dem Abschiede

Nach dem Abschiede

Dunkel sind nun alle Gassen,
Und die Stadt ist öd und leer;
Denn mein Lieb hat mich verlassen,
Meine Sonne scheint nicht mehr.

Büsch und Wälder, Flüss und Hügel
Liegen zwischen ihr und mir –
Liebe, Liebe, gib mir Flügel,
Daß ich fliegen kann zu ihr!

Liebe, laß ihr Bild erscheinen!
O so blick ich sie doch an,
Daß, wenn meine Augen weinen,
Sich mein Herz erfreuen kann.

Von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1798-1874

Liebesgedicht : Die Ersehnte

Die Ersehnte

Brächte dich meinem Arm der nächste Frühling,
Tönten Vögel aus Blüten mir das Brautlied;
Dann, dann hätt’ ich Seliger schon auf Erden
Wonne des Himmels!

Wonne! Sie wird mir Paradiese zaubern,
Wird lustwandeln mit mir in Gärten Gottes,
Wird, auf meinem Schooße gewiegt, den Frühlings-
Abend beflügeln!

Unter Gesang an ihrer Brust entschlummert,
Werd’ ich träumen, wie neugeschafne Engel,
Werde, wachgeschimmert vom Mai, in Engel-
Seligkeit schwärmen!

Komm! dich beschwört die Sehnsuchtsthrän? im Antliz,
Dich dies wallende Herz voll süßer Ahndung!
Trübe floß mein Leben! O Himmelsbotin,
Komm, es zu heitern!

Von Ludwig Christoph Heinrich Hölty 1748-1776

Gedichte zum Valentinstag : Laß ab!

Laß ab!

Der Tag ist in die Nacht verliebt,
Der Frühling in den Winter,
Das Leben verliebt in den Tod
Und du, du liebest mich!

Du liebst mich – schon erfassen dich
Die grauenhaften Schatten,
All deine Blüte welkt,
Und deine Seele verblutet.

Laß ab von mir, und liebe nur
Die heiteren Schmetterlinge,
Die da gaukeln im Sonnenlicht
Laß ab von mir und dem Unglück.

Von Heinrich Heine 1797-1856

Liebesgedichte zum Valentinstag : Verständige Liebe

Verständige Liebe

O Liebe, die ich endlich nun erfasst
Und die du mich so ganz ergriffen hast,
Dass ich nur dir, nur dir zu eigen bin,
Nimm mich; nimm mich; ich gebe mich dir hin.

Wer sich mit seinem Sein in dich versenkt,
Dem wird von dir ein besseres geschenkt,
Denn was du von ihm nimmst, gibst du als Glück,
Als Seligkeit ihm tausendfach zurück.

So will ich durch dich und in dir allein
Nur im Beglücken selbst auch glücklich sein,
Will nimmer rasten und will nimmer ruhn,
Nur was du willst, nichts Anderes zu tun.

Jedoch damit ich ja nicht irre geh
Und unter Lieben schwach zu sein versteh,
So gib mir deinen Bruder an die Hand,
Den klugen Lebensführer, den Verstand!

Ein Liebesgedicht von Karl May 1842 – 1912

Liebesgedichte zum Valentinstag : Poesie und Liebe

Poesie und Liebe

Der Sänger rührt der Leier goldne Saiten,
Und in der Seele ist das Lied erwacht;
Es strahlt durch das gewalt’ge Reich der Nacht
Ein göttlich Licht zum Opfer aller Zeiten.

Ein Wesen nur vermag den Klang zu deuten;
Es naht sich still in süßer Himmelspracht,
Und wie vom Götterhauche angefacht,
Erglüht das Lied, die Wolken zu durchschreiten.

Da wogt ein üpp’ges Meer von Harmonieen;
Es schwebt das trunkne Lied im Strahlenflore
Durch Lichtgefilde einer ew’gen Klarheit.

Wo Lieb’ und Dichtkunst ineinander glühen,
Da öffnen sich des Himmels Rosentore,
Und aufwärts fliegt das Herz zur heil’gen Wahrheit.

Ein Liebesgedicht von Theodor Körner 1791-1813

Valentinstag Liebesgedicht : Verratene Liebe

Verratene Liebe

Da nachts wir uns küßten, o Mädchen,
Hat keiner uns zugeschaut;
Die Sterne, die standen am Himmel,
Wir haben den Sternen getraut.

Es ist ein Stern gefallen,
Der hat dem Meer uns verklagt,
Da hat das Meer es dem Ruder,
Das Ruder dem Schiffer gesagt.

Da sang derselbe Schiffer
Es seiner Liebsten vor,
Nun singen’s auf Straßen und Märkten
Die Mädchen und Knaben im Chor.

Ein Liebesgedicht von Adelbert von Chamisso 1781-1838

Gedichte zum Valentinstag : Die künftige Geliebte

Die künftige Geliebte

Wenn ich dich Engel fände, wenn der nächste
Mond der knospenden Rosen meinem Arm dich
Brächte; dann, dann hätt’ ich den Himmel schon auf
Erden gefunden!

Jeglicher Pulsschlag würde heißer schlagen,
Jede Nerve der Seele heller zittern;
Umgeboren würd’ ich die Welt in neuer
Schönheit erblicken.

Trunken an ihrer weißen Brust entschlummern,
Und im Traume mit ihrem Busen tändeln,
Und, bestralt vom Morgen, in ihrer Arme
Himmel erwachen!

Wenn ich dich fände! Komm, du Engel Gottes,
Komm mein Leben zu heitern! Wenig Freuden
Sprießen auf den Ufern des Lebens! Engel,
Komm, mich zu heitern!

Von Ludwig Christoph Heinrich Hölty 1748-1776

Liebesgedichte zum Valentinstag : An Charlotte von Stein

An Charlotte von Stein

Woher sind wir geboren?
Aus Lieb.
Wie wären wir verloren?
Ohn Lieb.
Was hilft uns überwinden?
Die Lieb.
Kann man auch Liebe finden?
Durch Lieb.
Was lässt nicht lange weinen?
Die Lieb.
Was soll uns stets vereinen?
Die Lieb.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749 – 1832

Liebesgedicht : Die Gazelle

Die Gazelle

Verzauberte: wie kann der Einklang zweier
erwählter Worte je den Reim erreichen,
der in dir kommt und geht, wie auf ein Zeichen.
Aus deiner Stirne steigen Laub und Leier,

und alles Deine geht schon im Vergleich
durch Liebeslieder, deren Worte, weich
wie Rosenblätter, dem, der nicht mehr liest,
sich auf die Augen legen, die er schließt:

um dich zu sehen: hingetragen, als
wäre mit Sprüngen jeder Lauf geladen
und schösse nur nicht ab, solang der Hals

das Haupt ins Horchen hält: wie wenn beim Baden
im Wald die Badende sich unterbricht:
den Waldsee im gewendeten Gesicht.

Von Rainer Maria Rilke 1875 – 1926

Gedichte zum Valentinstag : Deine Rosen an der Brust

Deine Rosen an der Brust

Deine Rosen an der Brust
sitz ich unter fremden Menschen,
lass sie reden, lass sie lärmen,
jung Geheimnis tief im Herzen.

Wenn ich einstimm in ihr Lachen
ist’s das Lachen meiner Liebe;
wenn ich ernst dem Nachbar lausche,
lausch ich selig still nach innen.

Einen ganzen langenAbend
muss ich fern dir, Liebster, weilen,
küssend heimlich, ohne Ende,
Deine Rosen an der Brust.

Von Christian Morgenstern 1871 – 1914

Valentinstag Liebesgedicht : Ohne Titel

Ohne Titel

Ein Fichtenbaum steht einsam
Im Norden auf kahler Höh.
Ihn schläfert; mit weißer Decke
Umhüllen ihn Eis und Schnee.

Er träumt von einer Palme,
Die, fern im Morgenland,
Einsam und schweigend trauert
Auf brennender Felsenwand.

Von Heinrich Heine 1797-1856

fruehlingsfest

happy valentins 2014

In dieser Zeit fanden sich die Träumer, die Romantiker, die sich von der starken Industrialisierung absetzten und die Romantik in den Vordergrund stellten. Damals wurde dem Valentinstag ebenfalls ein großer Brauch zugesprochen und Verliebte fanden immer mehr zueinander, auch wenn der Status es manchmal nicht erlauben wollte. Damals entstand auch der Begriff “Durch die Blume sprechen”, der sich zusammen mit der Blauen Blume, dem damaligen Symbol des Träumens und der melancholischen Sehnsucht, entwickelte. Damals wollten die schönen Worte betören und die Lyrik konnte sich immer mehr zu einem Massenphänomen entwickeln. Meist hat der Freund oder Geliebte der Dame zu solch einem Anlass das Gedicht vorgetragen, zusammen mit einem Strauß Blumen. Dies haben die heutigen Blumenhändler ebenso aufgegriffen und Blumen sind der Inbegriff der Liebe für den Romantiker. Es finden sich viele Lyriker dieser Zeit und auch der Epochen davor, etwa bis ins 13. Jahrhundert, sind die großen Dichter mit der Liebe immer beschäftigter.

Nicht vergessen: valentinstag 14.Februar 2014

Besonders geprägt hat diese Zeit Johann Wolfgang von Goethe, einer der deutschen Dichter überhaupt, der selbst eigentlich kein Romantiker war, von diesen aber immer zitiert wurde. Das bekannteste Gedicht von ihm schrieb er für Christiane Vulpius, das Werk “Gefunden”. Dieses Gedicht war sehr leicht geschrieben, dafür stark in den einzelnen Worten, nahezu schmachtend und einzigartig betörend. Doch war Goethe nicht der Einzige, der der Liebe huldigte. Von Eichendorff, Brentano, Nietzsche und Heine gehören zu den größten lyrischen Denker der letzten Epochen und konnten hier auch ihre Faszination zur Liebe mit Zeilen versehen. Es finden sich sehr viele Künstler, die hier bekannt wurden mit ihrer Liebeslyrik und die heutige Generation profitiert von diesen schönen Gedichten. Sie können sich mit einem Reimschema und den blumigen Wörtern besonders interessant anbieten. Die ganze Art der Liebesgedichte ist einzigartig, will verzaubern mit den Worten. Sie schließen eine Person enger an sich und das gesamte Herz wird hiermit dem Valentin ausgeschüttet. Auch kleine Sprüche haben schon solch eine Wirkung und können sich perfekt für diesen Tag nutzen lassen.

Vielfältige Gedichte

Jedes Gedicht ist einzigartig und sollte somit auch auf eine bestimmte Weise dargebracht werden. Klassisch sind die Reime und Verse natürlich als Geschenk, das zusammen mit einem Strauß Blumen, Schokolade oder Schmuck passieren sollte. Dies freut immer, denn mit den kleinen Gesten kann sich die Frau oder der Mann gleich noch geliebter fühlen. Eine noch romantischere Art ist die des Vortrags, wenn es richtig auswendig gelernt wurde. Für solch ein Vorhaben sollte jedoch ein ruhiger und schöner Platz wie ein Park mit vielen Blumen gesucht werden. Hier lässt sich mit einem schönen Picknick der romantische Charme der Natur nutzen. Auch das Vorlesen ist hier nicht zu verachten. Die Gedichte können sich auch in oder an kleinen Geschenken finden, wie einem Buch. Hier kann die erste Buchseite mit dem Gedicht verziert werden, was immer sehr romantisch ist.