Liebesgedichte 2015 – Auch zum Valentinstag 2015 gibt es wieder tolle Gedichte zum Vorlesen, Vortragen oder Schreiben in ihre Liebespost.

Die Liebe ist ein Gut, welches besonders am Valentinstag in den Vordergrund tritt. Dieser Tag geht auf das 14. Jahrhundert zurück und gilt als Tag derer, die sich finden und lieben werden. Die Romantik ist hier in jedem Land anders, Blumen und Geschenke werden an die geliebte Person gegeben und Verabredungen sind überall beliebt.

Liebes Gedichte für die Liebsten

Poesie ist eine besondere Kunstform, die zu den ältesten Möglichkeiten gehört, seine Liebe und sein Herz der Person zu schenken, die begehrt wird. Mehrere Valentins haben den Valentinstag als besonderen Tag benannt und besonders die Lyrik konnte hier Früchte tragen. Liebesgedichte sind heute neben der Dramatik die interessantesten Darstellungen von Gefühlen. Sie liegen eigentlich immer im Fokus und sind vor allem in der Zeit der Romantiker populär geworden, etwa von 1795-1848, die die Hochzeit der romantischen Literatur darstellte.

Valentinstaggedichte 2014

Finden Sie hier tolle Gedichte zum Valentinstag!

fruehlingsfest

Liebesgedicht : Deine Küsse

Deine Küsse

Deine Küsse, deine Brüste, deine Arme
Pressen noch lüstewarm meinen Leib.
Dein Blut, dein Fleisch
Ruht noch lüstewarm an mir.
Meine Schritte schallen,
Meine Schritte fallen härter von Stein zu Stein,
Die Erde nimmt mich in ihre Mitte,
Verwundert fällt es mir ein:
Wir lagen draußen im Weltenraum,
Wir beide allein.

Von Max Dauthendey 1867 – 1918

Liebesgedicht : Die beiden Engel

Die beiden Engel

O kennst du, Herz, die beiden Schwesterengel,
Herabgestiegen aus dem Himmelreich:
Stillsegnend Freundschaft mit dem Lilienstengel,
Entzündend Liebe mit dem Rosenzweig?

Schwarzlockig ist die Liebe, feurig glühend,
Schön wie der Lenz, der hastig sprossen will;
Die Freundschaft blond, in sanftern Farben blühend,
Und wie die Sommernacht so mild und still;

Die Lieb'; ein brausend Meer, wo im Gewimmel
Vieltausendfältig Wog’ an Woge schlägt;
Freundschaft ein tiefer Bergsee, der den Himmel
Klar widerspiegelnd in den Fluten trägt.

Die Liebe bricht herein wie Wetterblitzen,
Die Freundschaft kommt wie dämmernd Mondenlicht;
Die Liebe will erwerben und besitzen,
Die Freundschaft opfert, doch sie fordert nicht.

Doch dreimal selig, dreimal hoch zu preisen
Das Herz, wo beide freundlich eingekehrt,
Und wo die Glut der Rose nicht dem leisen,
Geheimnisvollen Blühn der Lilie wehrt.

Ein Liebesgedicht von Emanuel Geibel 1815 – 1884

Gedichte zum Valentinstag : Rettung

Rettung

Mein Mädchen ward mir ungetreu,
Das machte mich zum Freudenhasser;
Da lief ich an ein fließend Wasser,
Das Wasser lief vor mir vorbei.

Da stand ich nun, verzweiflend, stumm;
Im Kopfe war mirs wie betrunken,
Fast war ich in den Strom gesunken,
Es ging die Welt mit mir herum.

Auf einmal hört ich was, das rief –
Ich wandte just dahin den Rücken –
Es war ein Stimmchen zum Entzücken:
?Nimm dich in acht! Der Fluß ist tief.?

Da lief mir was durchs ganze Blut,
Ich seh, so ist’s ein liebes Mädchen;
Ich frage sie: Wie heißt du? ?Käthchen!?
O schönes Käthchen! Du bist gut.

Du hältst vom Tode mich zurück,
Auf immer dank ich dir mein Leben;
Allein das heißt mir wenig geben,
Nun sei auch meines Lebens Glück!

Und dann klagt ich ihr meine Not,
Sie schlug die Augen lieblich nieder;
Ich küßte sie und sie mich wieder,
Und – vor der Hand nichts mehr von Tod.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Liebesgedichte zum Valentinstag : Lied

Lied

Könnt’ ich mein Liebchen kaufen
Für Gold und Edelstein
Und hätte große Haufen,
Die sollten mich nicht reun.
Schön Ding zwar ist’s mit Golde;
Wohl dem, der’s haben kann!
Doch ohne sie, die holde,
Was Frohes hätt’ ich dran?

Ja, wenn ich der Regente
Von ganz Europa wär’
Und Liebchen kaufen könnte,
So gäb’ ich alles her.
Vor Städten, Schlössern, Thronen
Und mancher fetten Flur,
Wählt’ ich, mit ihr zu wohnen,
Ein Hütt- und Gärtchen nur.

Mein liebes Leben enden
Darf nur der Herr der Welt.
Doch dürft’ ich es verspenden,
So wie mein Gut und Geld:
Dann gäb’ ich gern, ich schwöre!
Für jeden Tag ein Jahr,
Da sie mein eigen wäre,
Mein eigen ganz und gar!

Von Gottfried August Bürger 1747-1794

Valentinstag Liebesgedicht : Bei dir ist es traut

Bei dir ist es traut

Bei dir ist es traut:
Zage Uhren schlagen
wie aus weiten Tagen.
Komm mir ein Liebes sagen-
aber nur nicht zu laut.

Ein Tor geht irgendwo
draußen im Blütentreiben.
Der Abend horcht an die Scheiben.
Lass und leise bleiben:
Keiner weiß und so.

Von Rainer Maria Rilke 1875 – 1926

Liebesgedichte zum Valentinstag : [An Charlotte v. Stein]

[An Charlotte v. Stein]

Ach, wie bist du mir,
Wie bin ich dir geblieben!
Nein, an der Wahrheit
Verzweifl ich nicht mehr.
Ach, wenn du da bist,
Fühl ich, ich soll dich nicht lieben;
Ach, wenn du fern bist,
Fühl ich, ich lieb dich so sehr.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Gedichte zum Valentinstag : An deinen Brüsten die Stunden

An deinen Brüsten die Stunden

An deinen Brüsten die Stunden,
Die Stunden in deinen Armen
Sind zeitlos weit.
Ich kenne die Erde nicht mehr,
Wenn ich von dir wieder zur Erde gehe.

Die Straßen so seltsam,
Schwarz, nachtkühl in den Morgenstunden,
Schwülgelb der Laternenschein,
Die Straßen leer, und ich so allein,
Und doch gehen tausend Dinge
Neben mir her.
Meine Schritte klingen,
Und die Augen von tausend Dingen
Sehen nach mir.

Von Max Dauthendey 1867 – 1918

Valentinstag Liebesgedicht : Ohne Titel

Ohne Titel

Wenn ich in deine Augen seh,
So schwindet all mein Leid und Weh;
Doch wenn ich küsse deinen Mund,
So werd ich ganz und gar gesund.

Wenn ich mich lehn an deine Brust,
Kommts über mich wie Himmelslust;
Doch wenn du sprichst: Ich liebe dich!
So muß ich weinen bitterlich.

Von Heinrich Heine 1797-1856

Liebesgedichte zum Valentinstag : Ohne Titel

Ohne Titel

Mit deinen blauen Augen
Siehst du mich lieblich an,
Da wird mir so träumend zu Sinne,
Daß ich nicht sprechen kann.

An deine blauen Augen
Gedenk ich allerwärts;
Ein Meer von blauen Gedanken
Ergießt sich über mein Herz.

Von Heinrich Heine 1797-1856

Valentinstag Liebesgedicht : Neue Liebe, neues Leben

Neue Liebe, neues Leben

Herz, mein Herz, was soll das geben?
Was bedränget dich so sehr?
Welch ein fremdes, neues Leben!
Ich erkenne dich nicht mehr.
Weg ist alles, was du liebtest,
Weg, warum du dich betrübtest,
Weg dein Fleiß und deine Ruh ?
Ach, wie kamst du nur dazu!von handmann.phantasus.de

Fesselt dich die Jugendblüte,
Diese liebliche Gestalt,
Dieser Blick voll Treu und Güte
Mit unendlicher Gewalt?
Will ich rasch mich ihr entziehen,
Mich ermannen, ihr entfliehen,
Führet mich im Augenblick,
Ach, mein Weg zu ihr zurück.

Und an diesem Zauberfädchen,
Das sich nicht zerreißen lässt,
Hält das liebe lose Mädchen
Mich so wider Willen fest;
Muss in ihrem Zauberkreise
Leben nun auf ihre Weise.
Die Verändrung, ach, wie groß!
Liebe! Liebe! Lass mich los!

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749 – 1832

Valentinstag Liebesgedicht : Nähe des Geliebten

Nähe des Geliebten

Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
Vom Meere strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.
Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.
Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt.
Im stillen Haine geh ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.
Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne
O wärst du da!

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Liebesgedicht : Zur Hochzeit

Zur Hochzeit

Was das für ein Gezwitscher ist!
Durch’s Blau die Schwalben zucken
Und schrei’n: ?sie haben sich geküßt!?
Vom Baum Rotkehlchen gucken.

Der Storch stolziert von Bein zu Bein;
?Da muß ich fischen gehen -?
Der Abend wie im Traum darein
Schaut von den stillen Höhen.

Und wie im Traume von den Höhen
Seh’ ich Nachts meiner Liebsten Haus,
Die Wolken darüber gehen
Und löschen die Sterne aus.

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Valentinstag Liebesgedicht : Deine schönen Augen

Deine schönen Augen

Du hast Diamanten und Perlen,
Hast alles, was Menschenbegehr,
Und hast die schönsten Augen –
Mein Liebchen, was willst du mehr?

Auf deine schönen Augen
Hab ich ein ganzes Heer
Von ewigen Liedern gedichtet
Mein Liebchen, was willst du mehr?

Mit deinen schönen Augen
Hast du mich gequält so sehr,
Und hast mich zu Grunde gerichtet
Mein Liebchen, was willst du mehr?

Von Heinrich Heine 1797 – 1856

Liebesgedichte zum Valentinstag : Hörst du wie die Brunnen rauschen

Hörst du wie die Brunnen rauschen

Hörst du wie die Brunnen rauschen,
Hörst du wie die Grille zirpt?
Stille, stille, lass uns lauschen,
Selig, wer in Träumen stirbt.
Selig, wen die Wolken wiegen,
Wem der Mond ein Schlaflied singt,
O wie selig kann der fliegen,
Dem der Traum den Flügel schwingt,
Dass an blauer Himmelsdecke
Sterne er wie Blumen pflückt:
Schlafe, träume, flieg’, ich wecke
Bald Dich auf und bin beglückt.

Ein Liebesgedicht von Clemens Brentano 1778 – 1842

Valentinstag Liebesgedicht : Blumengruss

Blumengruss

Der Strauß, den ich gepflücket,
Grüße dich vieltausendmal!
Ich habe mich oft gebücket,
Ach, wohl eintausendmal,
Und ihn ans Herz gedrücket
Wie hunderttausendmal!

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Gedichte zum Valentinstag : Ohne Titel

Ohne Titel

Es geht am End, es ist kein Zweifel,
Der Liebe Glut, sie geht zum Teufel.
Sind wir einmal von ihr befreit,
Beginnt für uns die beßre Zeit,
Das Glück der kühlen Häuslichkeit.
Der Mensch genießet dann die Welt,
Die immer lacht fürs liebe Geld.
Er speist vergnügt sein Leibgericht,
Und in den Nächten wälzt er nicht
Schlaflos sein Haupt, er ruhet warm
In seiner treuen Gattin Arm.

Von Heinrich Heine 1797-1856

Liebesgedichte zum Valentinstag : Von freier Höhe

Von freier Höhe

Ich weiß.

Oft
wars nur ein Lachen, ein Handdruck von dir,
oder ein Härchen, ein bloßes Härchen,
das dir der Wind ins Genick geweht,
und all mein Blut
gährte gleich auf,
und all mein Herz
schlug nach dir.

Dich haben, dich haben.
dich endlich mal haben,
ganz und nackt, ganz und nackt!

Und heut,
zum ersten Mal,
unten am See, glitzernd im Mittag,
sah ich dich so.

Ganz und nackt! Ganz und nackt!

Und mein Herz
stand still.

Vor Glück, vor Glück.

Und es war keine Welt mehr,
nichts, nichts, nichts,

es war nur noch Sonne, nur noch Sonne ?

so schön warst du!

Ein Liebesgedicht von Arno Holz 1863 – 1929

Liebesgedichte zum Valentinstag : Liebesgeständnis

Liebesgeständnis

Leise hör ich dich rufen
in jedem Flüstern und Wehn.
Auf lauter weißen Stufen,
die meine Wünsche sich schufen,
hör ich dein Zu-mir-gehn.

Jetzt weißt du von dem Gefährten,
und dass er dich liebt … das macht:
Es blühen in seinen Gärten
die lang vom Licht gekehrten
Blüten, blühn über Nacht …

Von Rainer Maria Rilke 1875 – 1926

Liebesgedicht :
Sturmnacht

Sturmnacht

Die Sturmnacht hat uns vermählt
In Brausen und Toben und Bangen:
Was unsre Seelen sich lange verhehlt,
Da ist’s uns aufgegangen.

Ich las so tief in deinem Blick
Beim Strahl vom Wetterleuchten:
Ich las darin mein flammend Glück,
In seinem Glanz, dem feuchten.

Es warf der Wind dein duftges Haar
Mir spielend um Stirn und Wangen,
Es flüsterte lockend die Wellenschar
Von heißem tiefem Verlangen.

Die Lippen waren sich so nah,
Ich hielt dich fest umschlungen;
Mein Werben und dein stammelnd Ja,
Die hat der Wind verschlungen …

Ein Liebesgedicht von Hugo von Hofmannsthal 1874 – 1929

Gedichte zum Valentinstag : Mein Glück

Mein Glück

Ich weiss es doch, und glaub’ es kaum,
So wunderbar ist mir:
Ich geh’ am Tag als wie im Traum
Ob all der Lust an dir.

Und doch im tiefsten Traum ist mir
So hell und sonnenklar,
Dass nur ob all der Lust an dir
Die Welt so wunderbar.

Ein Liebesgedicht von Johann Georg Fischer 1816 – 1897

Liebesgedichte zum Valentinstag : Der Blick

Der Blick

Schaust du mich aus deinen Augen
Lächelnd wie aus Himmeln an,
Fühl’ ich wohl, daß keine Lippe
Solche Sprache führen kann.

Könnte sie’s auch wörtlich sagen,
Was dem Herzen tief entquillt,
Still den Augen aufgetragen,
Wird es süßer nur erfüllt.

Und ich seh’ des Himmels Quelle,
Die mir lang verschlossen war,
Wie sie bricht in reinster Helle
Aus dem reinsten Augenpaar.

Und ich öffne still im Herzen
Alles, alles diesem Blick,
Und den Abgrund meiner Schmerzen
Füllt er strömend aus mit Glück.

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Liebesgedichte zum Valentinstag : Blinde Kuh

Blinde Kuh

O liebliche Therese!
Wie wandelt gleich ins Böse
Dein offnes Auge sich!
Die Augen zugebunden,
Hast du mich schnell gefunden,
Und warum fingst du eben mich ?

Du faßtest mich aufs beste
Und hieltest mich so feste,
Ich sank in deinen Schoß.
Kaum warst du aufgebunden,
War alle Lust verschwunden;
Du ließest kalt den Blinden los.

Er tappte hin und wider,
Verrenkte fast die Glieder,
Und alle foppten ihn .
Und willst du mich nicht lieben,
So geh ich stets im Trüben
Wie mit verbundnen Augen hin.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Gedichte zum Valentinstag : Bei übersendung eines Vergissmeinnicht

Bei übersendung eines Vergissmeinnicht

Diese Blume, deren blaue Blüte
Deutungsvoll der schönste Name schmückt,
Der als Wunsch mir längst im Herzen glühte,
Hab’ ich einsam heut’ im Tal gepflückt.

Süß umschwebt von Deinem teuern Bilde,
Schien sie würdig zur Gesandtin mir;
Hin in ferne, trennende Gefilde,
Bringe sie den Gruß der Freundschaft Dir.

Ehe sie Dir naht wird sie verbleichen –
Schnell verlöschet ihrer Farbe Licht,
Doch die Bitte möge Dich erreichen,
Die ihr Name zärtlich zu Dir spricht.

Von Charlotte von Ahlefeld 1781 – 1849

Gedichte zum Valentinstag : Wunsch der Liebe

Wunsch der Liebe

O könnten wir doch, du und ich,
Einst in derselben Stund’ erblassen!
O möchte doch einst dich und mich
Ein und derselbe Sarg umfassen!

Für ächter Liebe treuen Bund
Gibt es kein grösser Glück auf Erden,
Als: leben dürfen Mund an Mund,
Und Hand in Hand begraben werden!

Ein Liebesgedicht von Faust Pachler 1819 – 1891

Gedichte zum Valentinstag : Sprich unter welchem Himmelszeichen

Sprich unter welchem Himmelszeichen

Sprich! unter welchem Himmelszeichen
Der Tag liegt,
Wo mein Herz, das doch mein eigen,
Nicht mehr wegfliegt?
Und, wenn es flöge, zum Erreichen
Mir ganz nah liegt? –
Auf dem Polster, dem süssen, dem weichen,
Wo mein Herz an ihrem liegt.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749 – 1832

Liebesgedichte zum Valentinstag : Eid der Treuer

Eid der Treuer

Mißtrauest, Liebchen, du der flücht’gen Stunde,
Des Augenblickes Lust?
Bist Brust an Brust du nicht, und Mund an Munde,
Der Ewigkeit bewußt?

Ich soll nur dir, und ewig dir gehören;
Du willst darauf ein Pfand:
Wohlan! ich will’s mit kräft’gem Eid beschwören,
Ich hebe meine Hand:

Ich schwör’s, elftausend heilige Jungfrauen,
Bei eurem keuschen Bart;
Bei Jakobs Leitersprosse, die zu schauen
In Mailand wird bewahrt;

Ich schwör es noch, zu mehrerem Gewichte –
Ein unerhörter Schwur! –
Beim Vorwort zu des Kaisers Karl Geschichte,
Und bei des Windes Spur;

Beim Schnee, der auf dem Libanon gefallen
Im letzt vergangnen Jahr;
Bei Nihil, Nemo, und dem andern allen,
Was nie sein wird noch war.

Und falls ich dennoch jemals untreu würde,
Vergäße jemals dein,
So soll mein Eid verbleiben ohne Würde,
Und ganz unbündig sein.

Ein Liebesgedicht von Adelbert von Chamisso 1781-1838

Liebesgedicht : Wachstum

Wachstum

Als kleines artges Kind nach Feld und Auen
Sprangts du mit mir, so manchen Frühlingsmorgen.
?Für solch ein Töchterchen, mit holden Sorgen,
Möcht ich als Vater segnend Häuser bauen!?

Und als du anfingst, in die Welt zu schauen,
War deine Freude häusliches Besorgen.
?Solch eine Schwester! und ich wär geborgen:
Wie könnt ich ihr, ach! wie sie mir vertrauen!?

Nun kann den schönen Wachstum nichts beschränken;
Ich fühl im Herzen heißes Liebetoben.
Umfaß ich sie, die Schmerzen zu beschwichtgen?

Doch ach! nun muß ich dich als Fürstin denken:
Du stehst so schroff vor mir emporgehoben;
Ich beuge mich vor deinem Blick, dem flüchtgen.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Gedichte zum Valentinstag : Ohne Titel

Ohne Titel

Ich wandle unter Blumen
Und blühe selber mit;
Ich wandle wie im Traume,
Und schwanke bei jedem Schritt.

O, halt mich fest, Geliebte!
Vor Liebestrunkenheit
Fall ich dir sonst zu Füßen,
Und der Garten ist voller Leut.

Von Heinrich Heine 1797-1856

Gedichte zum Valentinstag : Als ich in tiefen Leiden?

Als ich in tiefen Leiden?

Als ich in tiefen Leiden
Verzweifelnd wollt ermatten,
Da sah ich deinen Schatten
Hin über meine Diele gleiten,
Da wusst ich, was ich liebte,
Und was so schrecklich mich betrübte,
O Wunder aller Zierde,
Du feine ernste Myrte.

Ein Liebesgedicht von Clemens Brentano 1778 – 1842

Liebesgedicht : Sehnsucht

Sehnsucht

Ach, aus dieses Tales Gründen,
Die der kalte Nebel drückt,
Könnt ich doch den Ausgang finden,
Ach wie fühlt ich mich beglückt!
Dort erblick ich schöne Hügel,
Ewig jung und ewig grün!
Hätt ich Schwingen, hätt ich Flügel,
Nach den Hügeln zög ich hin.

Harmonien hör ich klingen,
Töne süsser Himmelsruh,
Und die leichten Winde bringen
Mir der Düfte Balsam zu,
Goldne Früchte seh ich glühen,
Winkend zwischen dunkelm Laub,
Und die Blumen, die dort blühen,
Werden keines Winters Raub.

Ach wie schön muss sichs ergehen
Dort im ewgen Sonnenschein,
Und die Luft auf jenen Höhen,
O wie labend muss sie sein!
Doch mir wehrt des Stromes Toben,
Der ergrimmt dazwischen braust,
Seine Wellen sind gehoben,
Dass die Seele mir ergraust.

Einen Nachen seh ich schwanken,
Aber ach! der Fährmann fehlt.
Frisch hinein und ohne Wanken,
Seine Segel sind beseelt.
Du musst glauben, du musst wagen,
Denn die Götter leihn kein Pfand,
Nur ein Wunder kann dich tragen
In das schöne Wunderland.

Von Johann Christoph Friedrich von Schiller 1759-1805

Valentinstag Liebesgedicht : An Minna

An Minna

Träum’ ich? Ist mein Auge trüber?
Nebelt’s mir ums Angesicht?
Meine Minna geht vorüber?
Meine Minna kennt mich nicht?
Die am Arme seichter Toren
Blähend mit dem Fächer ficht,
Eitel in sich selbst verloren –
Meine Minna ist es nicht.

Von dem Sommerhute nicken
Stolze Federn, mein Geschenk;
Schleifen, die den Busen schmücken,
Rufen: Minna, sei gedenk!
Blumen, die ich selbst erzogen,
Zieren Brust und Locken noch –
Ach, die Brust, die mir gelogen!
Und die Blumen blühen doch!

Geh, umhüpft von leeren Schmeichlern!
Geh, vergiß auf ewig mich!
überliefert feilen Heuchlern,
Eitles Weib, veracht’ ich dich.
Geh! dir hat ein Herz geschlagen,
Dir ein Herz, das edel schlug,
Groß genug, den Schmerz zu tragen,
Daß es einer Törin schlug.

In den Trümmern deiner Schöne
Seh’ ich dich verlassen stehn,
Weinend in die Blumenszene
Deines Mai’s zurücke sehn.
Schwalben, die im Lenze minnen,
Fliehen, wenn der Nordsturm weht;
Buhler scheucht dein Herbst von hinnen,
Einen Freund hast du verschmäht.

Die mit heißem Liebesgeize
Deinem Kuß entgegenflohn,
Zischen dem erloschnen Reize,
Lachen deinem Winter Hohn.
Ha! wie will ich dann dich höhnen!
Höhnen? Gott bewahre mich!
Weinen will ich bittre Tränen,
Weinen, Minna, über dich!

Von Johann Christoph Friedrich von Schiller 1759-1805

Liebesgedichte zum Valentinstag : überschüttet von deiner Glut

überschüttet von deiner Glut

überschüttet von deiner Glut,
Brechen Blüten aus meinem Blut,
Wird mein Körper ein schauernder Garten.
Warme Blumen stehen und staunen,
Tausend raunende Knospen,
Alle sehen nach dir,
Alle glühen und warten.

Von Max Dauthendey 1867 – 1918

Gedichte zum Valentinstag : Ohne Titel

Ohne Titel

Dein Angesicht so lieb und schön,
Das hab ich jüngst im Traum gesehn,
Es ist so mild und engelgleich,
Und doch so bleich, so schmerzenbleich.

Und nur die Lippen, die sind rot;
Bald aber küßt sie bleich der Tod.
Erlöschen wird das Himmelslicht,
Das aus den frommen Augen bricht.

Von Heinrich Heine 1797-1856

Liebesgedichte zum Valentinstag : Liebe ohne Heimat

Liebe ohne Heimat

Meine Liebe, lange wie die Taube
Von dem Falken hin und her gescheucht,
Wähnte froh, sie hab’ ihr Nest erreicht
In den Zweigen einer Götterlaube.

Armes Täubchen! Hart getäuschter Glaube!
Herbes Schicksal, dem kein andres gleicht!
Ihre Heimat, kaum dem Blick gezeigt,
Wurde schnell dem Wetterstrahl zum Raube.

Ach, nun irrt sie wieder hin und her!
Zwischen Erd’ und Himmel schwebt die Arme,
Sonder Ziel für ihres Flugs Beschwer.

Denn ein Herz, das ihrer sich erbarme,
Wo sie noch einmal, wie einst, erwarme,
Schlägt für sie auf Erden nirgends mehr.

Von Gottfried August Bürger 1747-1794

Liebesgedichte zum Valentinstag : An Charlotte von Stein

An Charlotte von Stein

Woher sind wir geboren?
Aus Lieb.
Wie wären wir verloren?
Ohn Lieb.
Was hilft uns überwinden?
Die Lieb.
Kann man auch Liebe finden?
Durch Lieb.
Was lässt nicht lange weinen?
Die Lieb.
Was soll uns stets vereinen?
Die Lieb.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749 – 1832

Liebesgedicht : Drei Bitten

Drei Bitten

Drei Bitten hab’ ich für des Himmels Ohr,
Die send’ ich täglich früh und spät empor:
Zum ersten, daß der Liebe reiner Born
Mir nie versieg’ in Ungeduld und Zorn;
Zum zweiten, daß mir, was ich auch vernahm,
Ein Echo weck’, ein Lied in Lust und Gram;
Zum dritten, wenn das letzte Lied verhallt
Und wenn der Quell der Liebe leiser wallt,
Daß dann der Tod mich schnell mit sanfter Hand
Hinüberführ’ in jenes besser Land,
Wo ewig ungetrübt die Liebe quillt
Und wo das Lied als einz’ge Sprache gilt.

Ein Liebesgedicht von Emanuel Geibel 1815-1884

Gedichte zum Valentinstag : Dein Bildnis wunderselig

Dein Bildnis wunderselig

Dein Bildnis wunderselig
Hab ich im Herzensgrund,
Das sieht so frisch und fröhlich
Mich an zu jeder Stund.

Mein Herz still in sich singet
Ein altes schönes Lied,
Das in die Luft sich schwinget
Und zu dir eilig zieht.

Von Joseph von Eichendorff 1788 – 1857

Gedichte zum Valentinstag : Ich habe Dir so viel zu sagen

Ich habe Dir so viel zu sagen

Ich habe Dir so viel zu sagen,
Ich glaub’ nicht, dass mein Leben reicht,
Das Leben, das nach kurzen Tagen
Dem großen Todesschweigen weicht.

Mein Lied soll mir nie sterben gehen,
Sein Leben niemals ihm entflieht.
Wenn Herz und Atem still mir stehen,
Mein Lied noch singend vor Dir kniet.

Von Max Dauthendey 1867 – 1918

Liebesgedicht : Zur Unzeit

Zur Unzeit

Ich wollte, wie gerne, dich herzen,
Dich wiegen in meinem Arm,
Dich drücken an meinem Herzen,
Dich hegen so traut und so warm.

Man verscheuchet mit Rauch die Fliegen,
Mit Verdrießlichkeit wohl den Mann;
Und wollt ich an dich mich schmiegen,
Ich täte nicht weise daran.

Wohl zieht vom strengen Norden
Ein trübes Gewölk herauf,
Ich bin ganz stille geworden,
Ich schlage die Augen nicht auf.

Ein Liebesgedicht von Adelbert von Chamisso 1781-1838

Gedichte zum Valentinstag : Die Eine

Die Eine

Nicht selten hüpft, dem Finken gleich im Haine,
Der Flattersinn mir keck vors Angesicht:
Warum, warum bist du denn so auf eine,
Auf eine nur bei Tag und Nacht erpicht?

Ha! glaubst du denn, weil diese dir gebricht,
Daß Liebe dich mit keiner mehr vereine?
Der Gram um sie beflort dein Augenlicht;
Und freilich glänzt durch diesen Flor dir keine.

Die Welt ist groß, und in der großen Welt
Blühn schön und süß viel Mädchen noch und Frauen.
Du kannst dich ja in manches Herz noch bauen. –

Ach, alles wahr! Vom Rhein an bis zum Belt
Blüht Reiz genug auf allen deutschen Auen.
Was hilft es mir, dem Molly nur gefällt?

Von Gottfried August Bürger 1747-1794

Valentinstag Liebesgedicht : Zur Antwort

Zur Antwort

Dir ist sonst der Mund verschlossen,
Du antwortest mir ja kaum,
Nur zu Liedern süßen Klanges
öffnest du ihn, wie im Traum.
Könnt ich auch so dichten, würden
Hübsch auch meine Lieder sein,
Sänge nur, wie ich dich liebe,
Sänge nur: ganz bin ich dein.

Ich kann dir ins Antlitz schauen,
Heiter, wie das Kind ins Licht;
Ich kann lieben, kosen, küssen,
Aber dichten kann ich nicht.
Könnt ich auch so dichten, würden
Hübsch auch meine Lieder sein,
Sänge nur, wie ich dich liebe,
Sänge nur: ganz bin ich dein.

Ein Liebesgedicht von Adelbert von Chamisso 1781-1838

Gedichte zum Valentinstag : An Emma

An Emma

Weit in nebelgrauer Ferne
Liegt mir das vergangne Glück,
Nur an einem schönen Sterne
Weilt mit Liebe noch der Blick.
Aber, wie des Sternes Pracht,
Ist es nur ein Schein der Nacht.

Deckte dir der lange Schlummer,
Dir der Tod die Augen zu,
Dich besäße doch mein Kummer,
Meinem Herzen lebtest du.
Aber ach! du lebst im Licht,
Meiner Liebe lebst du nicht.

Kann der Liebe süß Verlangen,
Emma, kann’s vergänglich sein?
Was dahin ist und vergangen,
Emma, kann’s die Liebe sein?
Ihrer Flamme Himmelsglut;
Stirbt sie wie ein irdisch Gut?

Von Johann Christoph Friedrich von Schiller 1759-1805

Liebesgedicht : Glück ist wie Blütenduft

Glück ist wie Blütenduft

Glück ist wie Blütenduft,
der dir vorüber fliegt …
Du ahnest dunkel Ungeheures,
dem keine Worte dienen –
schließest die Augen,
wirfst das Haupt zurück –
und, ach!
vorüber ist’s.

Von Christian Morgenstern 1871 – 1914

Liebesgedicht : Ohne Titel

Ohne Titel

Ich hab mir lang den Kopf zerbrochen,
Mit Denken und Sinnen, Tag und Nacht,
Doch deine liebenswürdigen Augen,
Sie haben mich zum Entschluß gebracht.

Jetzt bleib ich, wo deine Augen leuchten,
In ihrer süßen, klugen Pracht
Daß ich noch einmal würde lieben,
Ich hätt es nimmermehr gedacht.

Von Heinrich Heine 1797-1856

Gedichte zum Valentinstag : Liebeszauber

Liebeszauber

Mädel, schau’ mir ins Gesicht!
Schelmenauge, blinzle nicht!
Mädel, merke was ich sage!
Gib mir Rede, wenn ich frage!
Holla hoch, mir ins Gesicht!
Schelmenauge, blinzle nicht!

Bist nicht häßlich, das ist wahr;
äuglein hast du, blau und klar;
Wang’ und Mund sind süße Feigen;
Ach! vom Busen laß mich schweigen!
Reizend, Liebchen, das ist wahr,
Reizend bist du offenbar.

Aber reizend her und hin!
Bist ja doch nicht Kaiserin;
Nicht die Kaiserin der Schönen,
Würdig ganz allein zum Krönen.
Reizend her und reizend hin!
Fehlt noch viel zur Kaiserin.

Hundert Schönen sicherlich,
Hundert, hundert! fänden sich,
Die vor Eifer würden lodern,
Dich auf Schönheit rauszufodern.
Hundert Schönen fänden sich;
Hundert siegten über dich.

Dennoch hegst du Kaiserrecht
über deinen treuen Knecht:
Kaiserrecht in seinem Herzen,
Bald zu Wonne, bald zu Schmerzen.
Tod und Leben, Kaiserrecht,
Nimmt von dir der treue Knecht!

Hundert ist wohl große Zahl;
Aber, Liebchen, laß es mal
Hunderttausend Schönen wagen,
Dich von Thron und Reich zu jagen!
Hunderttausend! Welche Zahl!
Sie verlören allzumal.

Schelmenauge, Schelmenmund,
Sieh’ mich an und thu’ mir’s kund!
He, warum bist du die Meine?
Du allein und anders keine?
Sieh’ mich an und thu’ mir’s kund,
Schelmenauge, Schelmenmund!

Sinnig forsch’ ich auf und ab:
Was so ganz dir hin mich gab? –
Ha! durch nichts mich so zu zwingen,
Geht nicht zu mit rechten Dingen.
Zaubermädel auf und ab,
Sprich, wo ist dein Zauberstab?

Von Gottfried August Bürger 1747-1794

Liebesgedichte zum Valentinstag : Freundliches Begegnen

Freundliches Begegnen

Im weiten Mantel bis ans Kinn verhüllet,
Ging ich den Felsenweg, den schroffen, grauen,
Hernieder dann zu winterhaften Auen,
Unruhgen Sinns, zur nahen Flucht gewillet.

Auf einmal schien der neue Tag enthüllet:
Ein Mädchen kam, ein Himmel anzuschauen,
So musterhaft wie jene lieben Frauen
Der Dichterwelt. Mein Sehnen war gestillet.

Doch wandt ich mich hinweg und ließ sie gehen
Und wickelte mich enger in die Falten,
Als wollt ich trutzend in mir selbst erwarmen;

Und folgt ihr doch. Sie stand. Da wars geschehen!
In meiner Hülle konnt ich mich nicht halten,
Die warf ich weg, sie lag in meinen Armen.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Gedichte zum Valentinstag : Herbstliche Liebe

Herbstliche Liebe

Meine Seele spinnt dich ein;
schimmernde Marienfäden
sollen ihre Häscher sein.

Ihre Schlingen fühlst du kaum.
Eine rote Märtyrkrone
brech ich dir vom Eschenbaum.

Deine Stirne küss ich bleich –
und so führ ich dich gefangen
mitten durch mein Schattenreich.

Du wirst ganz mein eigen sein,
wirst verbluten und verblühen –
meine Seele spinnt dich ein.

Ein Liebesgedicht von Clara Müller-Jahnke 1861 – 1905

Valentinstag Liebesgedicht : Was dich erfreut, was dich bewegt?

Was dich erfreut, was dich bewegt?

Was dich erfreut, was dich bewegt,
Verschließ es treu in deiner Brust,
Der scheelen Blicke Neid erregt
Des Frohsinns blumenheitre Lust.

Das Herz, von Liebe still umhegt,
Treibt Blüt’ und Früchte fort und fort,
Die keines Wetters Blitz zerschlägt,
Die keine Sommerschwüle dorrt,

Mit einer Seele, die dich liebt,
Erhaben über Menschenstreit,
Genieße, was die Erde gibt,
In seliger Verborgenheit.

Ein Liebesgedicht von Adolf Böttger 1815 – 1870

Liebesgedicht : Schnauz und Miez

Schnauz und Miez

Ri-ra-rumpelstiez,
wo ist der Schnauz, Wo ist die Miez?
Der Schnauz, der liegt am Ofen
und leckt sich seine Pfoten.
Die Miez, die sitzt am Fenster
und wäscht sich ihren Spenzer.
Rumpeldipumpel, schnaufeschnauf,
da kommt die Frau die Treppe rauf.
Was bringt die Frau dem Kätzchen?
Einen Knäul, einen Knäul, mein Schätzchen,
einen Knäul aus grauem Wollenflaus,
der aussieht wie eine kleine Maus.
Was bringt die Frau dem Hündchen?
Ein Halsband, mein Kindchen,
ein Halsband von besondrer Art,
auf welchem steht: Schnauz Schnauzebart.
Ri-ra-rumpeldidaus,
und damit ist die Geschichte aus.

Von Christian Morgenstern 1871 – 1914

Liebesgedicht : Die schönste aller Locken

Die schönste aller Locken

In stiller, wehmutweicher Abendstunde
Umklingen mich die längst verschollnen Lieder,
Und Tränen fließen von der Wange nieder,
Und Blut entquillt der alten Herzenswunde.

Und wie in eines Zauberspiegels Grunde
Seh ich das Bildnis meiner Liebsten wieder;
Sie sitzt am Arbeitstisch, im roten Mieder,
Und Stille herrscht in ihrer sel’gen Runde.

Doch plötzlich springt sie auf vom Stuhl und schneidet
Von ihrem Haupt die schönste aller Locken,
Und gibt sie mir – vor Freud’ bin ich erschrocken!

Mephisto hat die Freude mir verleidet.
Er spann ein festes Seil von jenen Haaren,
Und schleift mich dran herum seit vielen Jahren.

Von Heinrich Heine 1797 – 1856

Gedichte zum Valentinstag : Genug oft

Genug oft

Genug oft, dass zwei Menschen sich berühren,
– nicht leiblich, geistig nur – dass sie sich sehn,
dass sie sich einmal gegenüberstehn ?
um sich danach auf immer zu verlieren.

Genug oft, dass ein Lächeln zweier Seelen
vermählt – oh nicht vermählt! Nur dies: sie führt,
so voreinander schweigend und erschüttert,
dass ihnen alle Wort’ und Wünsche fehlen,
und jede, unaussprechlich angerührt,
nur tief vom Zittern der verwandten zittert.

Von Christian Morgenstern 1871 – 1914

Valentinstag Liebesgedicht : Frühlings-Netz

Frühlings-Netz

Im hohen Gras der Knabe schlief,
Da hört’ er’s unten singen,
Es war, als ob die Liebste rief,
Das Herz wollt’ ihm zerspringen.

Und über ihm ein Netze wirrt
Der Blumen leises Schwanken,
Durch das die Seele schmachtend irrt
In lieblichen Gedanken.

So süße Zauberei ist los,
Und wunderbare Lieder
Geh’n durch der Erde Frühlingsschoß,
Die lassen ihn nicht wieder.

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Gedichte zum Valentinstag : Sag ichs euch, geliebte Bäume

Sag ichs euch, geliebte Bäume

Sag ichs euch, geliebte Bäume?
Die ich ahndevoll gepflanzt,
Als die wunderbarsten Träume
Morgenrötlich mich umtanzt.
Ach, ihr wisst es, wie ich liebe,
Die so schön mich wiederliebt,
Die den reinsten meiner Triebe
Mir noch reiner wiedergibt.
Wachset wie aus meinem Herzen,
Treibet in die Luft hinein,
Denn ich grub viel Freud und Schmerzen
Unter eure Wurzeln ein.
Bringet Schatten, traget Früchte,
Neue Freude jeden Tag;
Nur dass ich sie dichte, dichte,
Dicht bei ihr genießen mag.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749 – 1832

Gedichte zum Valentinstag : Liebhaber in allen Gestalten

Liebhaber in allen Gestalten

Ich wollt, ich wär ein Fisch,
So hurtig und frisch;
Und kämst du zu angeln,
Ich würde nicht manglen.
Ich wollt, ich wär ein Fisch,
So hurtig und frisch.

Ich wollt, ich wär ein Pferd,
Da wär ich dir wert.
O wär ich ein Wagen,
Bequem dich zu tragen.
Ich wollt, ich wär ein Pferd,
Da wär ich dir wert.

Ich wollt, ich wäre Gold,
Dir immer im Sold;
Und tätst du was kaufen,
Käm ich wieder gelaufen.
Ich wollt, ich wäre Gold,
Dir immer im Sold.

Ich wollt, ich wär treu,
Mein Liebchen stets neu;
Ich wollt mich verheißen,
Wollt nimmer verreisen.
Ich wollt, ich wär treu,
Mein Liebchen stets neu.

Ich wollt, ich wär alt
Und runzlig und kalt;
Tätst du mirs versagen,
Da könnt michs nicht plagen.
Ich wollt, ich wär alt
Und runzlig und kalt.

Wär ich Affe sogleich
Voll neckender Streich;
Hätt was dich verdrossen,
So macht ich dir Possen.
Wär ich Affe sogleich
Voll neckender Streich.

Wär ich gut wie ein Schaf,
Wie der Löwe so brav;
Hätt Augen wie’s Lüchschen
Und Listen wie’s Füchschen.
Wär ich gut wie ein Schaf,
Wie der Löwe so brav.

Was alles ich wär,
Das gönnt ich dir sehr;
Mit fürstlichen Gaben,
Du solltest mich haben.
Was alles ich wär,
Das gönnt ich dir sehr.

Doch bin ich, wie ich bin,
Und nimm mich nur hin!
Willst du Beßre besitzen,
So laß dir sie schnitzen.
Ich bin nun, wie ich bin;
So nimm mich nur hin!

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Liebesgedichte zum Valentinstag : Vorbei

Vorbei

Das ist der alte Baum nicht mehr,
Der damals hier gestanden,
Auf dem ich gesessen im Blütenmeer
über den sonnigen Landen.

Das ist der Wald nicht mehr, der sacht
Vom Berge rauschte nieder,
Wenn ich vom Liebchen ritt bei Nacht,
Das Herz voll neuer Lieder.

Das ist nicht mehr das tiefe Tal
Mit den grasenden Rehen,
In das wir Nachts viel tausendmal
Zusammen hinausgesehen. –

Es ist der Baum noch, Tal und Wald,
Die Welt ist jung geblieben,
Du aber wurdest seitdem alt,
Vorbei ist das schöne Lieben.

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Liebesgedicht : Nähe des Geliebten

Nähe des Geliebten

Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
Vom Meer erstrahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.

Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.

Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt;
Im stillen Haine geh ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.

Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
O wärst du da!

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749 – 1832

Liebesgedichte zum Valentinstag : An die Entfernte

An die Entfernte

So hab ich wirklich dich verloren?
Bist du, o Schöne, mir entflohn?
Noch klingt in den gewohnten Ohren
Ein jedes Wort, ein jeder Ton.

So wie des Wandrers Blick am Morgen
Vergebens in die Lüfte dringt,
Wenn, in dem blauen Raum verborgen,
Hoch über ihm die Lerche singt:

So dringet ängstlich hin und wieder
Durch Feld und Busch und Wald mein Blick;
Dich rufen alle meine Lieder:
O komm, Geliebte, mir zurück!

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Liebesgedicht : Ohne Titel

Ohne Titel

Ein Jüngling liebt ein Mädchen,
Die hat einen andern erwählt;
Der andre liebt eine andre,
Und hat sich mit dieser vermählt.

Das Mädchen heiratet aus ärger
Den ersten besten Mann,
Der ihr in den Weg gelaufen;
Der Jüngling ist übel dran.

Es ist eine alte Geschichte,
Doch bleibt sie immer neu;
Und wem sie just passieret,
Dem bricht das Herz entzwei.

Von Heinrich Heine 1797-1856

Gedichte zum Valentinstag : An eine Schläferin

An eine Schläferin

Erwache, schöne Schläferinn,
Falls dieser Kuß nicht zu bestrafen:
Doch wenn ich dir zu zärtlich bin;
Schlaf, oder scheine mir zu schlafen.

Die Unschuld, die nur halb erwacht,
Wann Lieb und Wollust sie erregen,
Hat öfters manchen Traum vollbracht,
Den Spröde sich zu wünschen pflegen.

Was du empfindest, ist ein Traum:
Doch kann ein Traum so schön betriegen?
Giebst du der Liebe selbst nicht Raum:
So laß dich dann ihr Bild vergnügen.

Ein Liebesgedicht von Friedrich von Hagedorn 1708-1754

Gedichte zum Valentinstag : [An Ulrike v. Levetzow]

[An Ulrike v. Levetzow]

Am heißen Quell verbringst du deine Tage,
Das regt mich auf zu innerm Zwist;
Denn wie ich dich so ganz im Herzen trage,
Begreif ich nicht, wie du wo anders bist.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

fruehlingsfest

happy valentins 2014

In dieser Zeit fanden sich die Träumer, die Romantiker, die sich von der starken Industrialisierung absetzten und die Romantik in den Vordergrund stellten. Damals wurde dem Valentinstag ebenfalls ein großer Brauch zugesprochen und Verliebte fanden immer mehr zueinander, auch wenn der Status es manchmal nicht erlauben wollte. Damals entstand auch der Begriff “Durch die Blume sprechen”, der sich zusammen mit der Blauen Blume, dem damaligen Symbol des Träumens und der melancholischen Sehnsucht, entwickelte. Damals wollten die schönen Worte betören und die Lyrik konnte sich immer mehr zu einem Massenphänomen entwickeln. Meist hat der Freund oder Geliebte der Dame zu solch einem Anlass das Gedicht vorgetragen, zusammen mit einem Strauß Blumen. Dies haben die heutigen Blumenhändler ebenso aufgegriffen und Blumen sind der Inbegriff der Liebe für den Romantiker. Es finden sich viele Lyriker dieser Zeit und auch der Epochen davor, etwa bis ins 13. Jahrhundert, sind die großen Dichter mit der Liebe immer beschäftigter.

Nicht vergessen: valentinstag 14.Februar 2014

Besonders geprägt hat diese Zeit Johann Wolfgang von Goethe, einer der deutschen Dichter überhaupt, der selbst eigentlich kein Romantiker war, von diesen aber immer zitiert wurde. Das bekannteste Gedicht von ihm schrieb er für Christiane Vulpius, das Werk “Gefunden”. Dieses Gedicht war sehr leicht geschrieben, dafür stark in den einzelnen Worten, nahezu schmachtend und einzigartig betörend. Doch war Goethe nicht der Einzige, der der Liebe huldigte. Von Eichendorff, Brentano, Nietzsche und Heine gehören zu den größten lyrischen Denker der letzten Epochen und konnten hier auch ihre Faszination zur Liebe mit Zeilen versehen. Es finden sich sehr viele Künstler, die hier bekannt wurden mit ihrer Liebeslyrik und die heutige Generation profitiert von diesen schönen Gedichten. Sie können sich mit einem Reimschema und den blumigen Wörtern besonders interessant anbieten. Die ganze Art der Liebesgedichte ist einzigartig, will verzaubern mit den Worten. Sie schließen eine Person enger an sich und das gesamte Herz wird hiermit dem Valentin ausgeschüttet. Auch kleine Sprüche haben schon solch eine Wirkung und können sich perfekt für diesen Tag nutzen lassen.

Vielfältige Gedichte

Jedes Gedicht ist einzigartig und sollte somit auch auf eine bestimmte Weise dargebracht werden. Klassisch sind die Reime und Verse natürlich als Geschenk, das zusammen mit einem Strauß Blumen, Schokolade oder Schmuck passieren sollte. Dies freut immer, denn mit den kleinen Gesten kann sich die Frau oder der Mann gleich noch geliebter fühlen. Eine noch romantischere Art ist die des Vortrags, wenn es richtig auswendig gelernt wurde. Für solch ein Vorhaben sollte jedoch ein ruhiger und schöner Platz wie ein Park mit vielen Blumen gesucht werden. Hier lässt sich mit einem schönen Picknick der romantische Charme der Natur nutzen. Auch das Vorlesen ist hier nicht zu verachten. Die Gedichte können sich auch in oder an kleinen Geschenken finden, wie einem Buch. Hier kann die erste Buchseite mit dem Gedicht verziert werden, was immer sehr romantisch ist.