Liebesgedichte 2015 – Auch zum Valentinstag 2015 gibt es wieder tolle Gedichte zum Vorlesen, Vortragen oder Schreiben in ihre Liebespost.

Die Liebe ist ein Gut, welches besonders am Valentinstag in den Vordergrund tritt. Dieser Tag geht auf das 14. Jahrhundert zurück und gilt als Tag derer, die sich finden und lieben werden. Die Romantik ist hier in jedem Land anders, Blumen und Geschenke werden an die geliebte Person gegeben und Verabredungen sind überall beliebt.

Liebes Gedichte für die Liebsten

Poesie ist eine besondere Kunstform, die zu den ältesten Möglichkeiten gehört, seine Liebe und sein Herz der Person zu schenken, die begehrt wird. Mehrere Valentins haben den Valentinstag als besonderen Tag benannt und besonders die Lyrik konnte hier Früchte tragen. Liebesgedichte sind heute neben der Dramatik die interessantesten Darstellungen von Gefühlen. Sie liegen eigentlich immer im Fokus und sind vor allem in der Zeit der Romantiker populär geworden, etwa von 1795-1848, die die Hochzeit der romantischen Literatur darstellte.

Valentinstaggedichte 2014

Finden Sie hier tolle Gedichte zum Valentinstag!

fruehlingsfest

Liebesgedichte zum Valentinstag : Der Entfernten

Der Entfernten

Du mein Heil, mein Leben, meine Seele!
Süßes Wesen, von des Himmels Macht
Darum, dünkt mir, nur hervorgebracht,
Daß dich Liebe ganz mir anvermähle!

Welcher meiner todeswerten Fehle
Bannte mich in diesen Sklavenschacht,
Wo ich fern von dir, in öder Nacht,
Ohne Licht und Wärme mich zerquäle?

O, warum entbehret mein Gesicht
Jenen Strahl aus deinem Himmelsauge,
Den ich dürftig nur im Geiste sauge?

Und die Lippe, welche singt und spricht,
Daß ich kaum ihr nachzulallen tauge,
O, warum erquickt sie mich denn nicht?

Von Gottfried August Bürger 1747-1794

Liebesgedicht : Die Gazelle

Die Gazelle

Verzauberte: wie kann der Einklang zweier
erwählter Worte je den Reim erreichen,
der in dir kommt und geht, wie auf ein Zeichen.
Aus deiner Stirne steigen Laub und Leier,

und alles Deine geht schon im Vergleich
durch Liebeslieder, deren Worte, weich
wie Rosenblätter, dem, der nicht mehr liest,
sich auf die Augen legen, die er schließt:

um dich zu sehen: hingetragen, als
wäre mit Sprüngen jeder Lauf geladen
und schösse nur nicht ab, solang der Hals

das Haupt ins Horchen hält: wie wenn beim Baden
im Wald die Badende sich unterbricht:
den Waldsee im gewendeten Gesicht.

Von Rainer Maria Rilke 1875 – 1926

Liebesgedicht : Mit einem gemalten Band

Mit einem gemalten Band

Kleine Blumen, kleine Blätter
Streuen mir mit leichter Hand
Gute junge Frühlings-Götter
Tändelnd auf ein luftig Band.

Zephir, nimms auf deine Flügel,
Schlings um meiner Liebsten Kleid!
Und so tritt sie vor den Spiegel
All in ihrer Munterkeit.

Sieht mit Rosen sich umgeben,
Selbst wie eine Rose jung.
Einen Blick, geliebtes Leben!
Und ich bin belohnt genung.

Fühle, was dies Herz empfindet,
Reiche frei mir deine Hand,
Und das Band, das uns verbindet,
Sei kein schwaches Rosenband!

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Valentinstag Liebesgedicht : Ständchen

Ständchen

Schlafe, Liebchen, weil’s auf Erden
Nun so still und seltsam wird!
Oben gehn die goldnen Herden,
Für uns alle wacht der Hirt.

In der Ferne ziehn Gewitter;
Einsam auf dem Schifflein schwank,
Greif‘ ich draußen in die Zitter,
Weil mir gar so schwül und bang.

Schlingend sich an Bäum‘ und Zweigen
In Dein stilles Kämmerlein,
Wie auf goldnen Leitern, steigen
Diese Töne aus und ein.

Und ein wunderschöner Knabe
Schifft hoch über Tal und Kluft,
Rührt mit seinem goldnen Stabe
Säuselnd in der lauen Luft.

Und in wunderbaren Weisen
Singt er ein uraltes Lied,
Das in linden Zauberkreisen
Hinter seinem Schifflein zieht.

Ach, den süßen Klang verführet
Weit der buhlerische Wind,
Und durch Schloß und Wand ihn spüret
Träumend jedes schöne Kind.

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Liebesgedichte zum Valentinstag : Der Stern der Liebe

Der Stern der Liebe

Am Himmel steht ein schöner Stern,
Der heißt der Stern der Liebe,
Man sucht ihn auf, man sieht ihn gern,
Und ist?s am Himmel trübe,
Dann missen wir sein schönes Licht,
Denn durch die Wolken scheint er nicht.

Wenn ich zu meinem Mädchen geh?
Im Kühlen und im Dunkeln,
Und dann den Stern der Liebe seh?
Am dunkeln Himmel funkeln,
Dann fühl? ich Liebe, dann ruf? ich:
Komm? Mädchen, komm? und küsse mich!

Dann kommt?s, dann fühlt das Mädchen sich,
Als wenn?s mich küssen müsste;
So zärtlich küsst?s, als wenn es mich
Nur mit der Seele küsste;
Dann wird?s vertraulich, nennt mich du,
Und alle Sternlein sehen zu!

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749 – 1832

Gedichte zum Valentinstag : Genug oft

Genug oft

Genug oft, dass zwei Menschen sich berühren,
– nicht leiblich, geistig nur – dass sie sich sehn,
dass sie sich einmal gegenüberstehn ?
um sich danach auf immer zu verlieren.

Genug oft, dass ein Lächeln zweier Seelen
vermählt – oh nicht vermählt! Nur dies: sie führt,
so voreinander schweigend und erschüttert,
dass ihnen alle Wort‘ und Wünsche fehlen,
und jede, unaussprechlich angerührt,
nur tief vom Zittern der verwandten zittert.

Von Christian Morgenstern 1871 – 1914

Valentinstag Liebesgedicht : Trauerstille

Trauerstille

O wie öde, sonder Freudenschall,
Schweigen nun Palläste mir wie Hütten,
Flur und Hain, so munter einst durchschritten,
Und der Wonnesitz am Wasserfall!

Todeshauch verwehte deinen Hall,
Melodie der Liebesred‘ und Bitten,
Welche mir in Ohr und Seele glitten,
Wie der Flötenton der Nachtigall.

Leere Hoffnung! Nach der Abendröte
Meines Lebens einst im Ulmenhain
Süß in Schlaf durch dich gelullt zu sein!

Aber nun, o milde Liebesflöte,
Wecke mich beim letzten Morgenschein
Lieblich, statt der schmetternden Trompete.

Von Gottfried August Bürger 1747-1794

Valentinstag Liebesgedicht : Zur Antwort

Zur Antwort

Dir ist sonst der Mund verschlossen,
Du antwortest mir ja kaum,
Nur zu Liedern süßen Klanges
öffnest du ihn, wie im Traum.
Könnt ich auch so dichten, würden
Hübsch auch meine Lieder sein,
Sänge nur, wie ich dich liebe,
Sänge nur: ganz bin ich dein.

Ich kann dir ins Antlitz schauen,
Heiter, wie das Kind ins Licht;
Ich kann lieben, kosen, küssen,
Aber dichten kann ich nicht.
Könnt ich auch so dichten, würden
Hübsch auch meine Lieder sein,
Sänge nur, wie ich dich liebe,
Sänge nur: ganz bin ich dein.

Ein Liebesgedicht von Adelbert von Chamisso 1781-1838

Valentinstag Liebesgedicht : Liebe

Liebe

Früher durft ich nicht auf Erden
Nahen dir durch Zeit und Raum,
Durfte weiter dir nichts werden
Als dein Sehnen und dein Traum.

Freundlich tret ich jetzt entgegen
Dir als Wahrheit sonnenrein,
Will dein Frieden, Heil und Segen,
Will dein Trost und Reichtum sein.

Meine Augen will ich spenden
Dir als Morgenschatz sogleich,
Und die Welt an allen Enden
Wird durch sie dein Himmelreich.

Und ich selbst bin dir Gewährung,
Angeschmiegt an deine Brust;
Alles wird dir, auch Entbehrung
Wird Genuß und Wonnelust.

Von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1798-1874

Gedichte zum Valentinstag : Ohne Titel

Ohne Titel

Dein Angesicht so lieb und schön,
Das hab ich jüngst im Traum gesehn,
Es ist so mild und engelgleich,
Und doch so bleich, so schmerzenbleich.

Und nur die Lippen, die sind rot;
Bald aber küßt sie bleich der Tod.
Erlöschen wird das Himmelslicht,
Das aus den frommen Augen bricht.

Von Heinrich Heine 1797-1856

Liebesgedicht : Ursachen zum Lieben

Ursachen zum Lieben

Ist alles voll von Liebe,
Da, wo die Karpen schwimmen,
Ist alles voll von Liebe,
Im Garten, auf den Fluren,
In Tälern, auf den Bergen,
In Stuben und in Kammern,
Auf Kanzeln und auf Thronen,
Im Himmel und auf Erden,
Ist alles voll von Liebe,
Soll denn mein Herz nicht voll sein?

Ein Liebesgedicht von Johann Wilhelm Ludwig Gleim 1719- 1803

Valentinstag Liebesgedicht :
Erkanntes Glück

Erkanntes Glück

Was bedächtlich Natur sonst unter viele verteilet,
Gab sie mit reichlicher Hand alles der Einzigen, ihr.
Und die so herrlich Begabte, von vielen so innig Verehrte,
Gab ein liebend Geschick freundlich dem Glücklichen, mir.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749 – 1832

Liebesgedicht : Mein Herz steht leer

Mein Herz steht leer

Der graue Tag
Legt seine Wolken an meine Brust,
Mein Herz steht leer.
Mein Herz ist dunkel und wolkenschwer,
Ich habe so lange nicht mehr geküsst,
Ich küsse so gerne.
Lippen und Seele warten auf dich,
Du Herz der Ferne.

Von Max Dauthendey 1867 – 1918

Gedichte zum Valentinstag : Ich liebe dich

Ich liebe dich

Mir ist, als müßt‘ ich immer sagen:
Ich liebe dich,
Und mag nicht auszusprechen wagen:
Ich liebe dich.
Die Maienlüfte säuseln wieder,
Ich lausche hin,
Und alle Blütenzweige klagen:
Ich liebe dich.
Der Sang der Vögel ist erwachet,
Ich lausche hin,
Und alle Nachtigallen schlagen:
Ich liebe dich.
So frag‘ die Lüfte, frag‘ die Blumen,
Die Vögel all,
Vielleicht, daß sie für mich dir sagen:
Ich liebe dich.
Ich wandle fern von dir und habe
Nur einen Trost
In diesen schönen Frühlingstage:
Ich liebe dich.

Von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1798-1874

Valentinstag Liebesgedicht : An das Herz

An das Herz

Lange schon in manchem Sturm und Drange
Wandeln meine Füße durch die Welt.
Bald den Lebensmüden beigesellt,
Ruh‘ ich aus von meinem Pilgergange.

Leise sinkend faltet sich die Wange;
Jede meiner Blüten welkt und fällt.
Herz, ich muß dich fragen: Was erhält
Dich in Kraft und Fülle noch so lange?

Trotz der Zeit Despotin Allgewalt
Fährst du fort, wie in des Lenzes Tagen,
Liebend wie die Nachtigall zu schlagen.

Aber ach! Amanda hört es kalt,
Was verblühte Lippen Holdes sagen. –
Herz, ich wollte, du auch würdest alt!

Von Gottfried August Bürger 1747-1794

Gedichte zum Valentinstag : Wünsche

Wünsche

(Der Kopf spricht: )
Ach, wenn ich nur der Schemel wär,
Worauf der Liebsten Füße ruhn!
Und stampfte sie mich noch so sehr,
Ich wollte doch nicht klagen tun.

(Das Herz spricht:)
Ach, wenn ich nur das Kißchen wär,
Wo sie die Nadeln steckt hinein!
Und stäche sie mich noch so sehr,
Ich wollte mich der Stiche freun.

(Das Lied spricht:)
Ach, wär ich nur das Stück Papier,
Das sie als Papillote braucht!
Ich wollte heimlich flüstern ihr
Ins Ohr, was in mir lebt und haucht.

Von Heinrich Heine 1797-1856

Valentinstag Liebesgedicht : Ohne Titel

Ohne Titel

Aus meinen Tränen sprießen
Viel blühende Blumen hervor,
Und meine Seufzer werden
Ein Nachtigallenchor.

Und wenn du mich lieb hast, Kindchen,
Schenk ich dir die Blumen all,
Und vor deinem Fenster soll klingen
Das Lied der Nachtigall.

Von Heinrich Heine 1797-1856

Liebesgedichte zum Valentinstag : Die Verliebten

Die Verliebten

Ihr, deren Witz die Sehnsucht übt,
Und immer seufzet, harret, liebt,
Wie spät erreicht ihr, unbetrübt,
Der Liebe Freuden!

Furcht, Knechtschaft, Unruh und Verdacht,
Der wüste Tag, die öde Nacht
Sind, bis die Lieb euch glücklich macht,
Nicht zu vermeiden.

Wie groß muß ihr Vergnügen seyn!
Wie sehr muß ihr Genuß erfreun,
Wenn edle Seelen ihre Pein
So willig leiden!

Ein Liebesgedicht von Friedrich von Hagedorn 1708-1754

Gedichte zum Valentinstag : Du

Du

Die Erde war gestorben
Ich lebte ganz allein
Die Sonne war verdorben,
Bis auf die Augen dein.

Du bietest mir zu trinken
Und blickst mich nicht an
Läßt du die Augen sinken
So ist’s um mich getan.

Der Frühling regt die Schwingen
Die Erde sehnet sich
Sie kann nichts wiederbringen
Als dich, du Gute, dich.

Ein Liebesgedicht von Clemens Brentano 1778-1842

Liebesgedichte zum Valentinstag : Von freier Höhe

Von freier Höhe

Ich weiß.

Oft
wars nur ein Lachen, ein Handdruck von dir,
oder ein Härchen, ein bloßes Härchen,
das dir der Wind ins Genick geweht,
und all mein Blut
gährte gleich auf,
und all mein Herz
schlug nach dir.

Dich haben, dich haben.
dich endlich mal haben,
ganz und nackt, ganz und nackt!

Und heut,
zum ersten Mal,
unten am See, glitzernd im Mittag,
sah ich dich so.

Ganz und nackt! Ganz und nackt!

Und mein Herz
stand still.

Vor Glück, vor Glück.

Und es war keine Welt mehr,
nichts, nichts, nichts,

es war nur noch Sonne, nur noch Sonne ?

so schön warst du!

Ein Liebesgedicht von Arno Holz 1863 – 1929

Gedichte zum Valentinstag : Laß ab!

Laß ab!

Der Tag ist in die Nacht verliebt,
Der Frühling in den Winter,
Das Leben verliebt in den Tod
Und du, du liebest mich!

Du liebst mich – schon erfassen dich
Die grauenhaften Schatten,
All deine Blüte welkt,
Und deine Seele verblutet.

Laß ab von mir, und liebe nur
Die heiteren Schmetterlinge,
Die da gaukeln im Sonnenlicht
Laß ab von mir und dem Unglück.

Von Heinrich Heine 1797-1856

Liebesgedicht : An die Cynthia

An die Cynthia

Du gabst mir zwei Küsse,
ich gab dir wieder zwei.
Jetzt zürnst du mit mir,
und schlägst die Augen nieder
Weil ich nun hör,
dass es dir nicht recht sei
geb ich dir deine zwei,
gib du mir meine wieder

Ein Liebesgedicht von Martin Opitz 1597 – 1639

Liebesgedicht : Ohne Titel

Ohne Titel

Daß du mich liebst, das wußt ich,
Ich hatt es längst entdeckt;
Doch als du mirs gestanden,
Hat es mich tief erschreckt.

Ich stieg wohl auf die Berge
Und jubelte und sang;
Ich ging ans Meer und weinte
Beim Sonnenuntergang.

Mein Herz ist wie die Sonne
So flammend anzusehn,
Und in ein Meer von Liebe
Versinkt es groß und schön.

Von Heinrich Heine 1797-1856

Valentinstag Liebesgedicht : Frühlings-Netz

Frühlings-Netz

Im hohen Gras der Knabe schlief,
Da hört‘ er’s unten singen,
Es war, als ob die Liebste rief,
Das Herz wollt‘ ihm zerspringen.

Und über ihm ein Netze wirrt
Der Blumen leises Schwanken,
Durch das die Seele schmachtend irrt
In lieblichen Gedanken.

So süße Zauberei ist los,
Und wunderbare Lieder
Geh’n durch der Erde Frühlingsschoß,
Die lassen ihn nicht wieder.

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Gedichte zum Valentinstag : Ich habe Dir so viel zu sagen

Ich habe Dir so viel zu sagen

Ich habe Dir so viel zu sagen,
Ich glaub‘ nicht, dass mein Leben reicht,
Das Leben, das nach kurzen Tagen
Dem großen Todesschweigen weicht.

Mein Lied soll mir nie sterben gehen,
Sein Leben niemals ihm entflieht.
Wenn Herz und Atem still mir stehen,
Mein Lied noch singend vor Dir kniet.

Von Max Dauthendey 1867 – 1918

Liebesgedicht : Sehnsucht

Sehnsucht

Ach, aus dieses Tales Gründen,
Die der kalte Nebel drückt,
Könnt ich doch den Ausgang finden,
Ach wie fühlt ich mich beglückt!
Dort erblick ich schöne Hügel,
Ewig jung und ewig grün!
Hätt ich Schwingen, hätt ich Flügel,
Nach den Hügeln zög ich hin.

Harmonien hör ich klingen,
Töne süsser Himmelsruh,
Und die leichten Winde bringen
Mir der Düfte Balsam zu,
Goldne Früchte seh ich glühen,
Winkend zwischen dunkelm Laub,
Und die Blumen, die dort blühen,
Werden keines Winters Raub.

Ach wie schön muss sichs ergehen
Dort im ewgen Sonnenschein,
Und die Luft auf jenen Höhen,
O wie labend muss sie sein!
Doch mir wehrt des Stromes Toben,
Der ergrimmt dazwischen braust,
Seine Wellen sind gehoben,
Dass die Seele mir ergraust.

Einen Nachen seh ich schwanken,
Aber ach! der Fährmann fehlt.
Frisch hinein und ohne Wanken,
Seine Segel sind beseelt.
Du musst glauben, du musst wagen,
Denn die Götter leihn kein Pfand,
Nur ein Wunder kann dich tragen
In das schöne Wunderland.

Von Johann Christoph Friedrich von Schiller 1759-1805

Liebesgedichte zum Valentinstag : Mit einer Hyazinthe

Mit einer Hyazinthe

Aus dem Zaubertal dortnieden,
Das der Regen still umtrübt,
Aus dem Taumel der Gewässer
Sendet Blume, Gruß und Frieden,
Der dich immer treu und besser,
Als du glauben magst, geliebt.

Diese Blume, die ich pflücke,
Neben mir vom Tau genährt,
Läßt die Mutter still zurücke,
Die sich in sich selbst vermehrt.
Lang entblättert und verborgen,
Mit den Kindern an der Brust,
Wird am neuen Frühlingsmorgen
Vielfach sie des Gärtners Lust.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Liebesgedicht : Die Empfindung des Frühlings

Die Empfindung des Frühlings

Du Schmelz der bunten Wiesen!
Du neu-begrünte Flur!
Sey stets von mir gepriesen,
Du Schmelz der bunten Wiesen!
Es schmückt dich und Cephisen
Der Lenz und die Natur.
Du Schmelz der bunten Wiesen!
Du neu-begrünte Flur!

Du Stille voller Freuden!
Du Reizung süßer Lust!
Wie bist du zu beneiden,
Du Stille voller Freuden!
Du mehrest in uns beyden
Die Sehnsucht treuer Brust.
Du Stille voller Freuden!
Du Reizung süßer Lust!

Ihr schnellen Augenblicke!
Macht euch des Frühlings werth!
Daß euch ein Kuß beglücke,
Ihr schnellen Augenblicke!
Daß uns der Kuß entzücke,
Den uns die Liebe lehrt.
Ihr schnellen Augenblicke!
Macht euch des Frühlings werth.

Ein Liebesgedicht von Friedrich von Hagedorn 1708-1754

Gedichte zum Valentinstag : Im Gebirg

Im Gebirg

Nun rauscht im Morgenwinde sacht,
So Busch als Waldrevier!
So rauscht meine Sehnsucht Tag und Nacht,
Rauscht immerdar nach dir.

Du merkst es nicht, du bist so weit,
Kein Laut herüber spricht;
O schlimme Zeit, einsame Zeit!
Und Flügel hab‘ ich nicht.

Vom höchsten Berg mein Auge sieht
Umsonst nach West und Ost,
Ein Gruß zu dir, von dir ein Lied,
Das ist mein einz’ger Trost.

So sing‘ ich denn durch Wald und Dorn
Meine Weis‘ im Wanderzug:
?Deine Lieb‘ das ist ein süßer Born,
Deß trink‘ ich nie genug.?

Ein Liebesgedicht von Emanuel Geibel 1815-1884

Liebesgedichte zum Valentinstag : Ohne Titel

Ohne Titel

Es glänzt so schön die sinkende Sonne,
Doch schöner ist deiner Augen Schein.
Das Abendrot und deine Augen,
Sie strahlen mir traurig ins Herz hinein.

Das Abendrot bedeutet Scheiden
Und Herzensnacht und Herzensweh.
Bald fließet zwischen meinem Herzen
Und deinen Augen die weite See.

Von Heinrich Heine 1797-1856

Gedichte zum Valentinstag : Versunken

Versunken

Voll Locken kraus ein Haupt so rund! –
Und darf ich dann in solchen reichen Haaren
Mit vollen Händen hin und wider fahren,
Da fühl ich mich von Herzensgrund gesund.
Und küß ich Stirne, Bogen, Auge, Mund,
Dann bin ich frisch und immer wieder wund.
Der fünfgezackte Kamm, wo sollt er stocken?
Er kehrt schon wieder zu den Locken.
Das Ohr versagt sich nicht dem Spiel,
Hier ist nicht Fleisch, hier ist nicht Haut,
So zart zum Scherz, so liebeviel!
Doch wie man auf dem Köpfchen kraut,
Man wird in solchen reichen Haaren
Für ewig auf und nieder fahren.
So hast du, Hafis, auch getan,
Wir fangen es von vornen an.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Liebesgedichte zum Valentinstag : Amalia

Amalia

Schön wie Engel voll Walhallas Wonne,
Schön vor allen Jünglingen war er,
Himmlisch mild sein Blick wie Maiensonne,
Rückgestrahlt vom blauen Spiegelmeer.

Seine Küsse – paradiesisch Fühlen!
Wie zwo Flammen sich ergreifen, wie
Harfentöne in einander spielen
Zu der himmelvollen Harmonie –

Stürzten, flogen, schmolzen Geist und Geist zusammen,
Lippen, Wangen brannten, zitterten,
Seele rann in Seele – Erd und Himmel schwammen
Wie zerronnen um die Liebenden!

Er ist hin – vergebens, ach vergebens
Stöhnet ihm der bange Seufzer nach!
Er ist hin, und alle Lust des Lebens
Wimmert hin in ein verlornes Ach!

Von Johann Christoph Friedrich von Schiller 1759-1805

Liebesgedicht : Suleika

Suleika

Ach, um deine feuchten Schwingen,
West, wie sehr ich dich beneide:
Denn du kannst ihm Kunde bringen,
Was ich in der Trennung leide!

Die Bewegung deiner Flügel
Weckt im Busen stilles Sehnen;
Blumen, Augen, Wald und Hügel
Stehn bei deinem Hauch in Tränen.

Doch dein mildes, sanftes Wehen
Kühlt die wunden Augenlider;
Ach, für Leid müßt ich vergehen,
Hofft ich nicht zu sehn ihn wieder.

Eile denn zu meinem Lieben,
Spreche sanft zu seinem Herzen;
Doch vermeid, ihn zu betrüben,
Und verbirg ihm meine Schmerzen.

Sag ihm, aber sags bescheiden:
Seine Liebe sei mein Leben;
Freudiges Gefühl von beiden
Wird mir seine Nähe geben

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Valentinstag Liebesgedicht : Liebesnacht im Haine

Liebesnacht im Haine

Um uns her der Waldnacht heilig Rauschen
Und der Büsche abendlich Gebet,
Seh ich dich so lieblich bange lauschen
Wenn der West durch dürre Blätter weht.

Und ich bitte: Jinni holde, milde
Sieh ich dürste, sehne mich nach dir
Sinnend blickst du durch der Nacht Gefilde
Wende deinen süßen Blick nach mir.

Ach dann wendet Jinni voll Vertrauen
Ihres Lebens liebesüßen Blick
Mir ins wonnetrunkne Aug‘ zu schauen
Aus des Tages stillem Grab zurück.

Und es ist so traulich dann, so stille
Wenn ihr zarter Arm mich fest umschlingt
Und ein einz’ger liebevoller Wille
Unsrer Seelen Zwillingspaar durchdringt.

Nur von unsrer Herzen lautem Pochen
Von der heil’gen Küsse leisem Tausch
Von der Seufzer Lispel unterbrochen
Ist der Geisterfeier Wechselrausch.

Auf des äthers liebestillen Wogen
Kömmt Diane dann so sanft und mild
Auf dem lichten Wagen hergezogen
Bis ihn eine Wolke schlau verhüllt,

Und sie trinket dann an Latmus‘ Gipfel
Ihrer Liebe süßen Minnelohn
Ihre Küsse flüstern durch die Wipfel,
Küssend, nennst du mich Endymion.

Liest auch wohl mit züchtigem Verzagen
Meiner Blicke heimlich stille Glut
Und es sterben alle deine Klagen
Weil die Liebe dir am Herzen ruht.

Fest umschling ich dich von dir umschlungen
Stirbt in unsrem Arm die rege Zeit
Und es wechseln schon des Lichtes Dämmerungen
Starb schon Gestern wird schon wieder heut.

Wenn die lieben Sterne schon ermatten
Wechseln wir noch heimlich Seligkeit
Träumen in den tiefen dunklen Schatten
Flehend und gewährend Ewigkeit.

Fest an dich gebannt in dich verloren
Zähle ich an deines Herzens Schlag
Liebestammelnd jeden Schritt der Horen
Scheidend küsset uns der junge Tag.

Ein Liebesgedicht von Clemens Brentano 1778 – 1842

Valentinstag Liebesgedicht : Nachts

Nachts

Schon Mitternacht! Mein Kopf ist wüst –
Zu Bett! Ich habe lang gewacht;
Doch ob das Aug sich müde schließt,
Wann kennt das Herz wohl Tag und Nacht?
Das Herz, das Herz hat nimmer Ruh,
Das fliegt zu dir durch Zeit und Raum,
Im Traum mein süßes Leben du,
Im Leben du mein süßer Trau

Ein Liebesgedicht von Theodor Storm 1817 -1888

Valentinstag Liebesgedicht : Vierzehnter Juli 1834

Vierzehnter Juli 1834

Ich weiß wohl, was dich bannt in mir,
Die Lebensglut in meiner Brust,
Die süße zauberhafte Zier,
Der bangen tiefgeheimen Lust,
Die aus mir strahlet, ruft zu dir,
Schließ mich in einen Felsen ein,
Ruft doch arm Lind durch Mark und Bein:
Komm, lebe, liebe, stirb an mir,
Leg‘ dir diesen Fels auf deine Brust,
Du mußt, mußt.

Ein Liebesgedicht von Clemens Brentano 1778-1842

Liebesgedichte zum Valentinstag : Der junge Ehemann

Der junge Ehemann

Hier unter dieser Linde
Saß ich viel tausendmal
Und schaut‘ nach meinem Kinde
Hinunter in das Tal,
Bis daß die Sterne standen
Hell über ihrem Haus
Und weit in den stillen Landen
Alle Lichter löschten aus.

Jetzt neben meinem Liebchen
Sitz‘ ich im Schatten kühl,
Sie wiegt ein muntres Bübchen,
Die Täler schimmern schwül,
Und unten im leisen Winde
Regt sich das Kornfeld kaum
Und über uns säuselt die Linde –
Es ist mir noch wie ein Traum.

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Valentinstag Liebesgedicht : Anklänge

Anklänge

Hoch über stillen Höhen
Stand in dem Wald ein Haus;
So einsam war’s zu sehen,
Dort übern Wald hinaus.

Ein Mädchen saß darinnen
Bei stiller Abendzeit,
Tät seidne Fäden spinnen
Zu ihrem Hochzeitskleid.

Von Joseph von Eichendorff 1788 – 1857

Valentinstag Liebesgedicht : Ohne Titel

Ohne Titel

Ein Fichtenbaum steht einsam
Im Norden auf kahler Höh.
Ihn schläfert; mit weißer Decke
Umhüllen ihn Eis und Schnee.

Er träumt von einer Palme,
Die, fern im Morgenland,
Einsam und schweigend trauert
Auf brennender Felsenwand.

Von Heinrich Heine 1797-1856

Liebesgedicht : Minnelied

Minnelied

Denk‘ ich Dein, muß bald verwehen
Alle Trübnis weit und breit,
Und die frischen Blicke gehen
Wie in einen Garten weit.

Wunderbare Vögel wieder
Singen dort von grüner Au,
Einsam‘ Engel in die Lieder
Ziehen durch den Himmel blau.

Wolken, Ströme, Schiffe alle
Segeln in die Pracht hinein,
Keines kehrt zurück von allen
Und ich stehe so allein.

Doch der Garten wird zur Rose,
?Ich, die Liebste, bei dir bin!?
Singt nun aus der Blume Schoße
Ewig mir die Zauberin.

Könnt‘ verblühen diese Rose,
Wär‘ der Lenz auch nicht mehr schön,
Müßt‘ ich einsam, freudenlose
Mit der Laute irrend gehn!

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Liebesgedicht :
Sturmnacht

Sturmnacht

Die Sturmnacht hat uns vermählt
In Brausen und Toben und Bangen:
Was unsre Seelen sich lange verhehlt,
Da ist’s uns aufgegangen.

Ich las so tief in deinem Blick
Beim Strahl vom Wetterleuchten:
Ich las darin mein flammend Glück,
In seinem Glanz, dem feuchten.

Es warf der Wind dein duftges Haar
Mir spielend um Stirn und Wangen,
Es flüsterte lockend die Wellenschar
Von heißem tiefem Verlangen.

Die Lippen waren sich so nah,
Ich hielt dich fest umschlungen;
Mein Werben und dein stammelnd Ja,
Die hat der Wind verschlungen …

Ein Liebesgedicht von Hugo von Hofmannsthal 1874 – 1929

Liebesgedichte zum Valentinstag : O Mensch! Gib acht ?

O Mensch! Gib acht ?

Was spricht die tiefe Mitternacht?
Ich schlief, ich schlief -,
Aus tiefem Traum bin ich erwacht: –
Die Welt ist tief,
Und tiefer als der Tag gedacht,
Tief ist ihr Weh -,
Lust – tiefer noch als Herzeleid:
Weh spricht: Vergeh!
Doch alle Lust will Ewigkeit -,
– will tiefe, tiefe Ewigkeit!

Ein Liebesgedicht von Friedrich Nietzsche 1844 – 1900

Valentinstag Liebesgedicht : Anliegen

Anliegen

O schönes Mädchen du,
Du mit dem schwarzen Haar,
Die du ans Fenster trittst,
Auf dem Balkone stehst!
Und stehst du wohl umsonst?
O stündest du für mich
Und zögst die Klinke los,
Wie glücklich wär ich da!
Wie schnell spräng ich hinauf!

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Gedichte zum Valentinstag : Ich möchte dir ein Liebes schenken

Ich möchte dir ein Liebes schenken

Ich möchte dir ein Liebes schenken,
das dich mir zur Vertrauten macht:
aus meinem Tag ein Deingedenken
und einen Traum aus meiner Nacht.

Mir ist, dass wir uns selig fänden
und dass du dann wie ein Geschmeid
mir löstest aus den müden Händen
die niebegehrte Zärtlichkeit.

Von Rainer Maria Rilke 1875 – 1926

Gedichte zum Valentinstag : Die Eine

Die Eine

Nicht selten hüpft, dem Finken gleich im Haine,
Der Flattersinn mir keck vors Angesicht:
Warum, warum bist du denn so auf eine,
Auf eine nur bei Tag und Nacht erpicht?

Ha! glaubst du denn, weil diese dir gebricht,
Daß Liebe dich mit keiner mehr vereine?
Der Gram um sie beflort dein Augenlicht;
Und freilich glänzt durch diesen Flor dir keine.

Die Welt ist groß, und in der großen Welt
Blühn schön und süß viel Mädchen noch und Frauen.
Du kannst dich ja in manches Herz noch bauen. –

Ach, alles wahr! Vom Rhein an bis zum Belt
Blüht Reiz genug auf allen deutschen Auen.
Was hilft es mir, dem Molly nur gefällt?

Von Gottfried August Bürger 1747-1794

Liebesgedichte zum Valentinstag : Der Blick

Der Blick

Schaust du mich aus deinen Augen
Lächelnd wie aus Himmeln an,
Fühl‘ ich wohl, daß keine Lippe
Solche Sprache führen kann.

Könnte sie’s auch wörtlich sagen,
Was dem Herzen tief entquillt,
Still den Augen aufgetragen,
Wird es süßer nur erfüllt.

Und ich seh‘ des Himmels Quelle,
Die mir lang verschlossen war,
Wie sie bricht in reinster Helle
Aus dem reinsten Augenpaar.

Und ich öffne still im Herzen
Alles, alles diesem Blick,
Und den Abgrund meiner Schmerzen
Füllt er strömend aus mit Glück.

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Valentinstag Liebesgedicht : Abschied

Abschied

War unersättlich nach viel tausend Küssen,
Und mußt mit Einem Kuß am Ende scheiden.
Nach herber Trennung tiefempfundnem Leiden
War mir das Ufer, dem ich mich entrissen,

Mit Wohnungen, mit Bergen, Hügeln, Flüssen,
Solang ichs deutlich sah, ein Schatz der Freuden;
Zuletzt im Blauen blieb ein Augenweiden
An fernentwichnen, lichten Finsternissen.

Und endlich, als das Meer den Blick umgrenzte,
Fiel mir zurück ins Herz mein heiß Verlangen;
Ich suchte mein Verlornes gar verdrossen.

Da war es gleich, als ob der Himmel glänzte;
Mir schien, als wäre nichts mir, nichts entgangen,
Als hätt ich alles, was ich je genossen.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Liebesgedicht : An die Liebe

An die Liebe

Einmal, meines Lebens Rest zu segnen,
Laß mir noch ein Mädchen oder Weib,
Göttin Liebe, laß mir eins begegnen,
So gestaltet, so an Seel‘ und Leib
Ausgeschmückt mit deinen goldnen Gaben,
Daß ich armer, freudenloser Mann
Mich an ihm von ganzem Herzen laben
Und es lieben und verehren kann!

Von Gottfried August Bürger 1747-1794

Gedichte zum Valentinstag : Wehmut der Liebe

Wehmut der Liebe

Ach, daß im lauten Spiel des Lebens
Nicht eine Seele mich versteht!
Es klagt mein tiefes Lied vergebens,
Es wird vom Zephirhauch verweht!
Die Liebe nur kennt meinen Schmerz,
Die Liebe nur versteht mein Herz.

Sie weckte mich mit zarten Tönen
Aus meiner Jugend leichtem Spiel,
Das Ideal des höchsten Schönen
Durchflammte glühend mein Gefühl;
Da zog, was tief im Herzen schlug,
Hinauf, hinauf mit Adlerflug.

Doch all mein Sehnen war vergebens
Und mein Elysium zerstört.
Mir ward das höchste Glück des Lebens,
Das Glück der Liebe, nicht beschert.
Wenn überall die Hoffnung spricht –
Umsonst, umsonst, mich ruft sie nicht!

Zwar noch ein Trost ist mir geblieben,
Ein Trost für das zerrißne Herz;
Denn ward mir nicht das Glück zu lieben,
So ward mir doch der Liebe Schmerz;
Er ist, ich fühl’s in meiner Brust,
Noch mehr als alle Erdenlust.

Ein Liebesgedicht von Theodor Körner 1791-1813

Gedichte zum Valentinstag : An deinen Brüsten die Stunden

An deinen Brüsten die Stunden

An deinen Brüsten die Stunden,
Die Stunden in deinen Armen
Sind zeitlos weit.
Ich kenne die Erde nicht mehr,
Wenn ich von dir wieder zur Erde gehe.

Die Straßen so seltsam,
Schwarz, nachtkühl in den Morgenstunden,
Schwülgelb der Laternenschein,
Die Straßen leer, und ich so allein,
Und doch gehen tausend Dinge
Neben mir her.
Meine Schritte klingen,
Und die Augen von tausend Dingen
Sehen nach mir.

Von Max Dauthendey 1867 – 1918

Liebesgedicht : Liebesglück

Liebesglück

In jedes Haus, wo Liebe wohnt,
Da scheint hinein auch Sonn und Mond;
Und ist es noch so ärmlich klein,
So kommt der Frühling doch hinein.

Der Frühling schmückt das kleinste Haus
Mit frischem Grün und Blumen aus,
Legt Freud in Schüssel, Schrank und Schrein,
Gießt Freud in unsre Gläser ein.

Und wenn im letzten Abendrot
An unser Häuschen klopft der Tod,
So reichen wir ihm gern die Hand,
Er führt uns in ein bessres Land.

Von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1798-1874

Liebesgedichte zum Valentinstag : Mandolinen Lied

Mandolinen Lied

Wenn die Sonne lieblich schiene,
Wie in Welschland blau und lau,
Ging‘ ich mit der Mandoline
Durch die überglänzte Au.

In der Nacht dann Liebchen lauschte
An dem Fenster, süßverwacht,
Wünschte mir und ihr, uns beiden
Heimlich eine schöne Nacht.

Wenn die Sonne lieblich schiene
Wie in Welschland lau und blau,
Ging ich mit der Mandoline
Durch die überglänzte Au.

Von Joseph von Eichendorff 1788 – 1857

Gedichte zum Valentinstag : Als ich in tiefen Leiden?

Als ich in tiefen Leiden?

Als ich in tiefen Leiden
Verzweifelnd wollt ermatten,
Da sah ich deinen Schatten
Hin über meine Diele gleiten,
Da wusst ich, was ich liebte,
Und was so schrecklich mich betrübte,
O Wunder aller Zierde,
Du feine ernste Myrte.

Ein Liebesgedicht von Clemens Brentano 1778 – 1842

Liebesgedichte zum Valentinstag : Der schönste Anblick

Der schönste Anblick

Schön ist’s, wenn zwei Sterne
Nah sich stehn am Firmament,
Schön, wenn zweier Rosen
Röte ineinander brennt.

Doch in Wahrheit! immer
Ist’s am schönsten anzusehn:
Wie zwei, so sich lieben,
Selig beieinander stehn.

Ein Liebesgedicht von Justinus Kerner 1786 – 1862

Liebesgedichte zum Valentinstag : Lied

Lied

Könnt‘ ich mein Liebchen kaufen
Für Gold und Edelstein
Und hätte große Haufen,
Die sollten mich nicht reun.
Schön Ding zwar ist’s mit Golde;
Wohl dem, der’s haben kann!
Doch ohne sie, die holde,
Was Frohes hätt‘ ich dran?

Ja, wenn ich der Regente
Von ganz Europa wär‘
Und Liebchen kaufen könnte,
So gäb‘ ich alles her.
Vor Städten, Schlössern, Thronen
Und mancher fetten Flur,
Wählt‘ ich, mit ihr zu wohnen,
Ein Hütt- und Gärtchen nur.

Mein liebes Leben enden
Darf nur der Herr der Welt.
Doch dürft‘ ich es verspenden,
So wie mein Gut und Geld:
Dann gäb‘ ich gern, ich schwöre!
Für jeden Tag ein Jahr,
Da sie mein eigen wäre,
Mein eigen ganz und gar!

Von Gottfried August Bürger 1747-1794

Liebesgedicht : Begegnung

Begegnung

Wir saßen an zwei Tischen – wo? – im All …
Was Schenke, Stadt, Land, Stern – was tut? s dazu!
Wir saßen irgendwo im Reich des Lebens …
Wir saßen an zwei Tischen, hier und dort. Und meine Seele brannte: Fremdes Mädchen,
wenn ich in deine Augen dichten dürfte –
wenn dieser königliche Mund mich lohnte –
und diese königliche Hand mich krönte –
Und deine Seele brannte: Fremder Jüngling,
wer bist du, dass du mich so tief erregtest –
dass ich die Knie dir umfassen möchte –
und sagen nichts als: Liebster, Liebster, Liebster -!
Und unsre Seelen schlugen fast zusammen.
Doch jeder blieb an seinem starren Tisch –
und stand zuletzt mit denen um ihn auf –
und ging hinaus-und sahn uns nimmermehr.

Von Christian Morgenstern 1871 – 1914

Valentinstag Liebesgedicht : Das neue Leben

Das neue Leben

Eia! wie so wach und froh,
Froh und wach sind meine Sinnen!
O, von welcher Sonne floh
Meines Lebens Nacht von hinnen?
Wie so holden Gruß entbot
Mir das neue Morgenrot!

Mein erheitertes Gesicht
Siehet Paradiese blühen!
Welche Töne! Hör‘ ich nicht
Aller Himmel Melodieen?
O wie süß erfüllt die Luft
Edens Amarantenduft!

Evan! bist du mir so nah‘,
Mir so nah bei jedem Mahle?
Kehrst du in Ambrosia
Und in Nektar diese Schale?
Geber der Ambrosia
Und des Nektars, mir so nah’?

Liebe! deine Wunderkraft
Hat mein Leben neu geboren,
Hat zu hoher Götterschaft
Mich hienieden schon erkoren!
Ohne Wandel! ewig so!
Ewig jung und ewig froh!

Von Gottfried August Bürger 1747-1794

Liebesgedichte zum Valentinstag : War das die Liebe?

War das die Liebe?

War das die Liebe, die mich gestern streifte,
wie eines seidenen Gewandes Atem
im Dunkel, wie ein windvertragner Duft,
wie Harmonien aus der blauen Nacht,
woher, du weißt es nicht, doch stockt dein Blut
und horcht in die Geheimnisse der Dinge …
und all dein Wesen flutet zögernd aus,
du fühlst dich wie ein Strom die Welt durchrinnen
und ahnst doch noch ein Mehr – als – diese – Welt,
wie hinter feiner Schleier Wehr noch wartend,
ein Himmelreich voll Blüten, Früchten, Sonnen,
und lächelnd winkt, die dich so sehr gerührt.

Von Christian Morgenstern 1871 – 1914

Gedichte zum Valentinstag : Der Abschied

Der Abschied

Laß mein Aug den Abschied sagen,
Den mein Mund nicht nehmen kann!
Schwer, wie schwer ist er zu tragen!
Und ich bin doch sonst ein Mann.

Traurig wird in dieser Stunde
Selbst der Liebe süßtes Pfand,
Kalt der Kuß von deinem Munde,
Matt der Druck von deiner Hand.

Sonst, ein leicht gestohlnes Mäulchen,
O wie hat es mich entzückt!
So erfreuet uns ein Veilchen,
Das man früh im März gepflückt.

Doch ich pflücke nun kein Kränzchen,
Keine Rose mehr für dich.
Frühling ist es, liebes Fränzchen,
Aber leider Herbst für mich!

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Liebesgedicht : Zur Hochzeit

Zur Hochzeit

Was das für ein Gezwitscher ist!
Durch’s Blau die Schwalben zucken
Und schrei’n: ?sie haben sich geküßt!?
Vom Baum Rotkehlchen gucken.

Der Storch stolziert von Bein zu Bein;
?Da muß ich fischen gehen -?
Der Abend wie im Traum darein
Schaut von den stillen Höhen.

Und wie im Traume von den Höhen
Seh‘ ich Nachts meiner Liebsten Haus,
Die Wolken darüber gehen
Und löschen die Sterne aus.

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

fruehlingsfest

happy valentins 2014

In dieser Zeit fanden sich die Träumer, die Romantiker, die sich von der starken Industrialisierung absetzten und die Romantik in den Vordergrund stellten. Damals wurde dem Valentinstag ebenfalls ein großer Brauch zugesprochen und Verliebte fanden immer mehr zueinander, auch wenn der Status es manchmal nicht erlauben wollte. Damals entstand auch der Begriff „Durch die Blume sprechen“, der sich zusammen mit der Blauen Blume, dem damaligen Symbol des Träumens und der melancholischen Sehnsucht, entwickelte. Damals wollten die schönen Worte betören und die Lyrik konnte sich immer mehr zu einem Massenphänomen entwickeln. Meist hat der Freund oder Geliebte der Dame zu solch einem Anlass das Gedicht vorgetragen, zusammen mit einem Strauß Blumen. Dies haben die heutigen Blumenhändler ebenso aufgegriffen und Blumen sind der Inbegriff der Liebe für den Romantiker. Es finden sich viele Lyriker dieser Zeit und auch der Epochen davor, etwa bis ins 13. Jahrhundert, sind die großen Dichter mit der Liebe immer beschäftigter.

Nicht vergessen: valentinstag 14.Februar 2014

Besonders geprägt hat diese Zeit Johann Wolfgang von Goethe, einer der deutschen Dichter überhaupt, der selbst eigentlich kein Romantiker war, von diesen aber immer zitiert wurde. Das bekannteste Gedicht von ihm schrieb er für Christiane Vulpius, das Werk „Gefunden“. Dieses Gedicht war sehr leicht geschrieben, dafür stark in den einzelnen Worten, nahezu schmachtend und einzigartig betörend. Doch war Goethe nicht der Einzige, der der Liebe huldigte. Von Eichendorff, Brentano, Nietzsche und Heine gehören zu den größten lyrischen Denker der letzten Epochen und konnten hier auch ihre Faszination zur Liebe mit Zeilen versehen. Es finden sich sehr viele Künstler, die hier bekannt wurden mit ihrer Liebeslyrik und die heutige Generation profitiert von diesen schönen Gedichten. Sie können sich mit einem Reimschema und den blumigen Wörtern besonders interessant anbieten. Die ganze Art der Liebesgedichte ist einzigartig, will verzaubern mit den Worten. Sie schließen eine Person enger an sich und das gesamte Herz wird hiermit dem Valentin ausgeschüttet. Auch kleine Sprüche haben schon solch eine Wirkung und können sich perfekt für diesen Tag nutzen lassen.

Vielfältige Gedichte

Jedes Gedicht ist einzigartig und sollte somit auch auf eine bestimmte Weise dargebracht werden. Klassisch sind die Reime und Verse natürlich als Geschenk, das zusammen mit einem Strauß Blumen, Schokolade oder Schmuck passieren sollte. Dies freut immer, denn mit den kleinen Gesten kann sich die Frau oder der Mann gleich noch geliebter fühlen. Eine noch romantischere Art ist die des Vortrags, wenn es richtig auswendig gelernt wurde. Für solch ein Vorhaben sollte jedoch ein ruhiger und schöner Platz wie ein Park mit vielen Blumen gesucht werden. Hier lässt sich mit einem schönen Picknick der romantische Charme der Natur nutzen. Auch das Vorlesen ist hier nicht zu verachten. Die Gedichte können sich auch in oder an kleinen Geschenken finden, wie einem Buch. Hier kann die erste Buchseite mit dem Gedicht verziert werden, was immer sehr romantisch ist.