Liebesgedichte 2015 – Auch zum Valentinstag 2015 gibt es wieder tolle Gedichte zum Vorlesen, Vortragen oder Schreiben in ihre Liebespost.

Die Liebe ist ein Gut, welches besonders am Valentinstag in den Vordergrund tritt. Dieser Tag geht auf das 14. Jahrhundert zurück und gilt als Tag derer, die sich finden und lieben werden. Die Romantik ist hier in jedem Land anders, Blumen und Geschenke werden an die geliebte Person gegeben und Verabredungen sind überall beliebt.

Liebes Gedichte für die Liebsten

Poesie ist eine besondere Kunstform, die zu den ältesten Möglichkeiten gehört, seine Liebe und sein Herz der Person zu schenken, die begehrt wird. Mehrere Valentins haben den Valentinstag als besonderen Tag benannt und besonders die Lyrik konnte hier Früchte tragen. Liebesgedichte sind heute neben der Dramatik die interessantesten Darstellungen von Gefühlen. Sie liegen eigentlich immer im Fokus und sind vor allem in der Zeit der Romantiker populär geworden, etwa von 1795-1848, die die Hochzeit der romantischen Literatur darstellte.

Valentinstaggedichte 2014

Finden Sie hier tolle Gedichte zum Valentinstag!

Valentinstag Liebesgedicht : Ich und Du

Ich und Du

Wir träumten voneinander
Und sind davon erwacht.
Wir leben, um uns zu lieben,
Und sinken zurück in die Nacht.

Du tratst aus meinemTraume,
Aus deinem trat ich hervor,
Wir sterben, wenn sich Eines
Im andern ganz verlor.

Auf einer Lilie zittern
Zwei Tropfen, rein und rund,
Zerfließen in Eins und rollen
Hinab in des Kelches Grund.

Ein Liebesgedicht von Friedrich Hebbel 1813 – 1863

Liebesgedichte zum Valentinstag : Die Verliebten

Die Verliebten

Ihr, deren Witz die Sehnsucht übt,
Und immer seufzet, harret, liebt,
Wie spät erreicht ihr, unbetrübt,
Der Liebe Freuden!

Furcht, Knechtschaft, Unruh und Verdacht,
Der wüste Tag, die öde Nacht
Sind, bis die Lieb euch glücklich macht,
Nicht zu vermeiden.

Wie groß muß ihr Vergnügen seyn!
Wie sehr muß ihr Genuß erfreun,
Wenn edle Seelen ihre Pein
So willig leiden!

Ein Liebesgedicht von Friedrich von Hagedorn 1708-1754

Liebesgedichte zum Valentinstag : Im Garten

Im Garten

Die hohen Himbeerwände
Trennten dich und mich,
Doch im Laubwerk unsre Hände
Fanden von selber sich.

Die Hecke konnt’ es nicht wehren,
Wie hoch sie immer stund:
Ich reichte dir die Beeren,
Und du reichtest mir deinen Mund.

Ach, schrittest du durch den Garten
Noch einmal im raschen Gang,
Wie gerne wollt’ ich warten,
Warten stundenlang.

Ein Liebesgedicht von Theodor Fontane 1819-1898

Liebesgedicht : Liebes-Lied

Liebes-Lied

Wie soll ich meine Seele halten, dass
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.

Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O süsses Lied.

Von Rainer Maria Rilke 1875 – 1926

Liebesgedichte zum Valentinstag : [An Charlotte v. Stein]

[An Charlotte v. Stein]

Ach, wie bist du mir,
Wie bin ich dir geblieben!
Nein, an der Wahrheit
Verzweifl ich nicht mehr.
Ach, wenn du da bist,
Fühl ich, ich soll dich nicht lieben;
Ach, wenn du fern bist,
Fühl ich, ich lieb dich so sehr.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Valentinstag Liebesgedicht : Das neue Leben

Das neue Leben

Eia! wie so wach und froh,
Froh und wach sind meine Sinnen!
O, von welcher Sonne floh
Meines Lebens Nacht von hinnen?
Wie so holden Gruß entbot
Mir das neue Morgenrot!

Mein erheitertes Gesicht
Siehet Paradiese blühen!
Welche Töne! Hör’ ich nicht
Aller Himmel Melodieen?
O wie süß erfüllt die Luft
Edens Amarantenduft!

Evan! bist du mir so nah’,
Mir so nah bei jedem Mahle?
Kehrst du in Ambrosia
Und in Nektar diese Schale?
Geber der Ambrosia
Und des Nektars, mir so nah’?

Liebe! deine Wunderkraft
Hat mein Leben neu geboren,
Hat zu hoher Götterschaft
Mich hienieden schon erkoren!
Ohne Wandel! ewig so!
Ewig jung und ewig froh!

Von Gottfried August Bürger 1747-1794

Valentinstag Liebesgedicht : Ständchen

Ständchen

Schlafe, Liebchen, weil’s auf Erden
Nun so still und seltsam wird!
Oben gehn die goldnen Herden,
Für uns alle wacht der Hirt.

In der Ferne ziehn Gewitter;
Einsam auf dem Schifflein schwank,
Greif’ ich draußen in die Zitter,
Weil mir gar so schwül und bang.

Schlingend sich an Bäum’ und Zweigen
In Dein stilles Kämmerlein,
Wie auf goldnen Leitern, steigen
Diese Töne aus und ein.

Und ein wunderschöner Knabe
Schifft hoch über Tal und Kluft,
Rührt mit seinem goldnen Stabe
Säuselnd in der lauen Luft.

Und in wunderbaren Weisen
Singt er ein uraltes Lied,
Das in linden Zauberkreisen
Hinter seinem Schifflein zieht.

Ach, den süßen Klang verführet
Weit der buhlerische Wind,
Und durch Schloß und Wand ihn spüret
Träumend jedes schöne Kind.

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Gedichte zum Valentinstag : Sag ichs euch, geliebte Bäume

Sag ichs euch, geliebte Bäume

Sag ichs euch, geliebte Bäume?
Die ich ahndevoll gepflanzt,
Als die wunderbarsten Träume
Morgenrötlich mich umtanzt.
Ach, ihr wisst es, wie ich liebe,
Die so schön mich wiederliebt,
Die den reinsten meiner Triebe
Mir noch reiner wiedergibt.
Wachset wie aus meinem Herzen,
Treibet in die Luft hinein,
Denn ich grub viel Freud und Schmerzen
Unter eure Wurzeln ein.
Bringet Schatten, traget Früchte,
Neue Freude jeden Tag;
Nur dass ich sie dichte, dichte,
Dicht bei ihr genießen mag.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749 – 1832

Valentinstag Liebesgedicht : Ging auch alles um und um

Ging auch alles um und um

Und ging auch alles um und um,
In dir, in mir, ich lieb’ dich drum,
Ich lieb’ dich drum, weil du mir bliebst
Ich lieb’ dich drum, weil du vergibst,
Ich lieb’ dich, – ach warum ?Warum?? –
Und blieb’ auch meine Lippe stumm,
Ich lieb’ dich drum, weil du mich liebst.

Ein Liebesgedicht von Theodor Fontane 1819-1898

Valentinstag Liebesgedicht : Neue Liebe, neues Leben

Neue Liebe, neues Leben

Herz, mein Herz, was soll das geben?
Was bedränget dich so sehr?
Welch ein fremdes, neues Leben!
Ich erkenne dich nicht mehr.
Weg ist alles, was du liebtest,
Weg, warum du dich betrübtest,
Weg dein Fleiß und deine Ruh ?
Ach, wie kamst du nur dazu!von handmann.phantasus.de

Fesselt dich die Jugendblüte,
Diese liebliche Gestalt,
Dieser Blick voll Treu und Güte
Mit unendlicher Gewalt?
Will ich rasch mich ihr entziehen,
Mich ermannen, ihr entfliehen,
Führet mich im Augenblick,
Ach, mein Weg zu ihr zurück.

Und an diesem Zauberfädchen,
Das sich nicht zerreißen lässt,
Hält das liebe lose Mädchen
Mich so wider Willen fest;
Muss in ihrem Zauberkreise
Leben nun auf ihre Weise.
Die Verändrung, ach, wie groß!
Liebe! Liebe! Lass mich los!

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749 – 1832

Liebesgedichte zum Valentinstag : Die Liebe

Die Liebe

Eine Schale des Harms, eine der Freuden wog
Gott dem Menschengeschlecht; aber der lastende
Kummer senket die Schale,
Immer hebet die andre sich.

Irren, traurigen Tritts wanken wir unsern Weg
Durch das Leben hinab, bis sich die Liebe naht,
Eine Fülle der Freuden
In die steigende Schale streut.

Wie dem Pilger der Quell silbern entgegenrinnt,
Wie der Regen des Mays über die Blüthen träuft,
Naht die Liebe; des Jünglings
Seele zittert, und huldigt ihr!

Nähm? er Kronen und Gold, mißte der Liebe? Gold
Ist ihm fliegende Spreu; Kronen ein Flittertand;
Alle Hoheit der Erde,
Sonder herzliche Liebe, Staub.

Loos der Engel! Kein Sturm düstert die Seelenruh
Des Beglückten! Der Tag hüllt sich in lichters Blau,
Kuß, und Flüstern und Lächeln
Flügelt Stunden an Stunden fort.

Herrscher neideten ihn, kosteten sie des Glücks,
Das dem liebenden ward; würfen den Königsstab
Aus den Händen, und suchten
Sich ein friedliches Hüttendach.

Unter Rosengesträuch spielet ein Quell, und mischt
Dem begegnenden Bach Silber. So strömen flugs
Seel’ und Seele zusammen,
Wenn allmächtige Liebe naht.

Von Ludwig Christoph Heinrich Hölty 1748-1776

Liebesgedicht : Der Liebende an eine verwelkte Blume

Der Liebende an eine verwelkte Blume

Diese Blume ? ach sie kam von ihr!
Auch verwelkt noch ist sie heilig mir.
Längst sind ihre Farben hingeschwunden,
Wie die Seligkeit vergangner Stunden –
Aber dennoch bleibt sie heilig mir,
Diese Blume ? denn sie kam von ihr.

Tausend blühen schimmernd jetzt im Hain –
Farb’ und Duft erfüllt ihr kurzes Sein –
Aber mich reizt ihre Schönheit nicht,
Wenn nicht ihre Hand sie für mich bricht.
Längst verblichne Blume, Du allein
Sollst mir Weihgeschenk des Frühlings Sein.

Tränen trüben schwellend meinen Blick,
Denk’ ich an den schönen Tag zurück,
Wo sie Dich im Morgentau mir pflückte,
Und ich zärtlich an mein Herz Dich drückte.
Teure Blume ? mein entfloh’nes Glück
Kehrt wie deine Farbe nie zurück!

Von Charlotte von Ahlefeld 1781 – 1849

Liebesgedicht : Erfüllung

Erfüllung

Dann
losch das Licht,
und
durch die Stille,
fiebernd, verlangend, erwartungsbang,
nur noch:
unser zitternder Herzschlag!

Trunken . . . stammelnd,
meine
Lippen . . . süß dein . . . Aufschrei!

Seligkeit!

Im
Garten, frühauf, pfiff ein Vogel, von tausend Gräsern troff der Tau,
der
ganze Himmel . . . stand in Rosen.

Lieber! . . . Liebe!
Und
wieder: Kuss . . . auf . . . Kuss!

Und
nichts als . . . wir, nichts . . . als wir!

Was
kann die Welt,
an Glück, an Glanz, an
Rausch
an Wonne, an
Taumel,
Erdenlust . . . und . . . Herrlichkeit,
uns . . . jetzt noch . . . schenken . . . uns jetzt . . . noch
bieten . . . uns jetzt noch . . . bringen?!

Ein Liebesgedicht von Arno Holz 1863 – 1929

Gedichte zum Valentinstag : Steckbrief

Steckbrief

Grüß’ euch aus Herzensgrund:
Zwei Augen hell und rein,
Zwei Röslein auf dem Mund,
Kleid blank aus Sonnenschein!

Nachtigall klagt und weint
Wollüstig rauscht der Hain,
Alles die Liebste meint:
Wo weilt sie so allein?

Weil’s draußen finster war,
Sah ich viel hellern Schein,
Jetzt ist es licht und klar,
Ich muß im Dunkeln sein.

Sonne nicht steigen mag,
Sieht so verschlafen drein,
Wünschet den ganzen Tag,
Daß wieder Nacht möcht’ sein.

Liebe geht durch die Luft,
Holt fern die Liebste ein;
Fort über Berg und Kluft!
Und Sie wird doch noch mein!

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Valentinstag Liebesgedicht : Frühlings-Netz

Frühlings-Netz

Im hohen Gras der Knabe schlief,
Da hört’ er’s unten singen,
Es war, als ob die Liebste rief,
Das Herz wollt’ ihm zerspringen.

Und über ihm ein Netze wirrt
Der Blumen leises Schwanken,
Durch das die Seele schmachtend irrt
In lieblichen Gedanken.

So süße Zauberei ist los,
Und wunderbare Lieder
Geh’n durch der Erde Frühlingsschoß,
Die lassen ihn nicht wieder.

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Gedichte zum Valentinstag : Ein Rudel kleiner Wolken

Ein Rudel kleiner Wolken

Ein Rudel kleiner Wolken
Schwimmt durch die Abendhelle,
Wie graue Fische im Meere
Durch eine blendende Welle.

Und Mückenscharen spielen
Im späten Winde rege
Sie tanzen zierliche Tänze
Im warmen staubigen Wege.

Und zwischen Wolken und Erde,
über die Bäume, die schlanken,
Ziehn auf der Straße zum Monde
Die uralten Liebesgedanken.

Von Max Dauthendey 1867 – 1918

Valentinstag Liebesgedicht : Intermezzo

Intermezzo

Dein Bildnis wunderselig
Hab’ ich in Herzensgrund,
Das sieht so frisch und fröhlich
Mich an zu jeder Stund’.
Mein Herz still in sich singet
Ein altes, schönes Lied,
Das in die Luft sich schwinget
Und zu dir eilig zieht.

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Liebesgedicht : Minnelied

Minnelied

Denk’ ich Dein, muß bald verwehen
Alle Trübnis weit und breit,
Und die frischen Blicke gehen
Wie in einen Garten weit.

Wunderbare Vögel wieder
Singen dort von grüner Au,
Einsam’ Engel in die Lieder
Ziehen durch den Himmel blau.

Wolken, Ströme, Schiffe alle
Segeln in die Pracht hinein,
Keines kehrt zurück von allen
Und ich stehe so allein.

Doch der Garten wird zur Rose,
?Ich, die Liebste, bei dir bin!?
Singt nun aus der Blume Schoße
Ewig mir die Zauberin.

Könnt’ verblühen diese Rose,
Wär’ der Lenz auch nicht mehr schön,
Müßt’ ich einsam, freudenlose
Mit der Laute irrend gehn!

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Valentinstag Liebesgedicht : Mein Herz kommt zu dir ?

Mein Herz kommt zu dir ?

Es ist Nacht,
und mein Herz kommt zu dir …,
hält’s nicht aus,
hält’s nicht aus mehr bei mir.

Legt sich dir auf die Brust,
wie ein Stein,
sinkt hinein,
zu dem deinen hinein.

Dort erst,
dort erst kommt es zur Ruh,
liegt am Grund
seines ewigen Du.

Von Christian Morgenstern 1871 – 1914

Gedichte zum Valentinstag : Frühlingsliebe

Frühlingsliebe

Zwischen Blumen schlaf ich, bei des Baches
Und der Vögel süßem Kosen,
Unterm Schirme des Holunderdaches
Und im Dufte frischer Rosen.

Laßt mich schlafen, träumen, bis ich werde
Meiner Liebe Glück erwerben:
Nur dem Liebenden gehört die Erde,
Ohne Liebe will ich sterben.

Blüten beben in dem Spiel der Winde
Und dem Sang der Nachtigallen,
Und die Bienen summen leis und linde
In der Laube Blütenhallen.

Laßt mich schlafen, träumen, bis ich werde
Meiner Liebe Glück erwerben:
Nur dem Liebenden gehört die Erde,
Er nur wird den Himmel erben.

Von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1798-1874

Gedichte zum Valentinstag : Echte Liebe

Echte Liebe

Lau in der Liebe mag ich nimmer sein, –
Kalt oder brennend wie ein lohes Feuer!
O, Lust und Leiden sind nur farblos, klein,
Wo Liebe nicht ergriffen hat das Steuer!

Wer noch bei Sinnen, ist kein rechter Freier;
Wirf von dir ohne Zagen all was dein,
Der stirbt vor Liebe nicht, ein halbgetreuer,
Wer von der Liebe mehr verlangt, als Pein.

Gleichwie ein Schiff, wenn sich die Wetter schwärzen,
An jähen Klippen treibt bei finstrer Nacht,
Auf weitem Meer der Wind’ und Wogen Spiel,

So auf dem wüsten Meere meiner Schmerzen
Such’ ich, auf neue Leiden nur bedacht,
Im Hoffnungslosen meines Glückes Ziel.

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Gedichte zum Valentinstag : Herbstliche Liebe

Herbstliche Liebe

Meine Seele spinnt dich ein;
schimmernde Marienfäden
sollen ihre Häscher sein.

Ihre Schlingen fühlst du kaum.
Eine rote Märtyrkrone
brech ich dir vom Eschenbaum.

Deine Stirne küss ich bleich –
und so führ ich dich gefangen
mitten durch mein Schattenreich.

Du wirst ganz mein eigen sein,
wirst verbluten und verblühen –
meine Seele spinnt dich ein.

Ein Liebesgedicht von Clara Müller-Jahnke 1861 – 1905

Liebesgedicht : Mädchen

Mädchen

Gar oft schon fühlt’ ich’s tief, des Mädchens Seele
Wird nicht sich selbst, dem Liebsten nur geboren.
Da irrt sie nun verstoßen und verloren,
Schickt heimlich Blicke schön als Boten aus,
Daß sie auf Erden suchen ihr ein Haus.
Sie schlummert in der Schwüle, leicht bedeckt,
Lächelt im Schlafe, atmet warm und leise,
Doch die Gedanken sind fern auf der Reise,
Und auf den Wangen flattert träum’risch Feuer,
Hebt buhlend oft der Wind den zarten Schleier.
Der Mann, der da zum erstenmal sie weckt,
Zuerst hinunterlangt in diese Stille,
Dem fällt sie um den Hals vor Freude bang
Und läßt ihn nicht mehr all’ ihr Lebelang.

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Liebesgedichte zum Valentinstag : Blinde Kuh

Blinde Kuh

O liebliche Therese!
Wie wandelt gleich ins Böse
Dein offnes Auge sich!
Die Augen zugebunden,
Hast du mich schnell gefunden,
Und warum fingst du eben mich ?

Du faßtest mich aufs beste
Und hieltest mich so feste,
Ich sank in deinen Schoß.
Kaum warst du aufgebunden,
War alle Lust verschwunden;
Du ließest kalt den Blinden los.

Er tappte hin und wider,
Verrenkte fast die Glieder,
Und alle foppten ihn .
Und willst du mich nicht lieben,
So geh ich stets im Trüben
Wie mit verbundnen Augen hin.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Valentinstag Liebesgedicht : Der Wunsch

Der Wunsch

Du holder Gott der süßten Lust auf Erden,
Der schönsten Göttinn schöner Sohn!
Komm, lehre mich die Kunst, geliebt zu werden;
Die leichte Kunst zu lieben weis ich schon.

Komm ebenfalls und bilde Phyllis Lachen,
Cythere! gieb ihr Unterricht;
Denn Phyllis weis die Kunst, verliebt zu machen;
Die leichte Kunst zu lieben weis sie nicht.

Ein Liebesgedicht von Friedrich von Hagedorn 1708-1754

Liebesgedicht : Begegnung

Begegnung

Wir saßen an zwei Tischen – wo? – im All …
Was Schenke, Stadt, Land, Stern – was tut? s dazu!
Wir saßen irgendwo im Reich des Lebens …
Wir saßen an zwei Tischen, hier und dort. Und meine Seele brannte: Fremdes Mädchen,
wenn ich in deine Augen dichten dürfte –
wenn dieser königliche Mund mich lohnte –
und diese königliche Hand mich krönte –
Und deine Seele brannte: Fremder Jüngling,
wer bist du, dass du mich so tief erregtest –
dass ich die Knie dir umfassen möchte –
und sagen nichts als: Liebster, Liebster, Liebster -!
Und unsre Seelen schlugen fast zusammen.
Doch jeder blieb an seinem starren Tisch –
und stand zuletzt mit denen um ihn auf –
und ging hinaus-und sahn uns nimmermehr.

Von Christian Morgenstern 1871 – 1914

Gedichte zum Valentinstag : Ich habe Dir so viel zu sagen

Ich habe Dir so viel zu sagen

Ich habe Dir so viel zu sagen,
Ich glaub’ nicht, dass mein Leben reicht,
Das Leben, das nach kurzen Tagen
Dem großen Todesschweigen weicht.

Mein Lied soll mir nie sterben gehen,
Sein Leben niemals ihm entflieht.
Wenn Herz und Atem still mir stehen,
Mein Lied noch singend vor Dir kniet.

Von Max Dauthendey 1867 – 1918

Gedichte zum Valentinstag : Rettung

Rettung

Mein Mädchen ward mir ungetreu,
Das machte mich zum Freudenhasser;
Da lief ich an ein fließend Wasser,
Das Wasser lief vor mir vorbei.

Da stand ich nun, verzweiflend, stumm;
Im Kopfe war mirs wie betrunken,
Fast war ich in den Strom gesunken,
Es ging die Welt mit mir herum.

Auf einmal hört ich was, das rief –
Ich wandte just dahin den Rücken –
Es war ein Stimmchen zum Entzücken:
?Nimm dich in acht! Der Fluß ist tief.?

Da lief mir was durchs ganze Blut,
Ich seh, so ist’s ein liebes Mädchen;
Ich frage sie: Wie heißt du? ?Käthchen!?
O schönes Käthchen! Du bist gut.

Du hältst vom Tode mich zurück,
Auf immer dank ich dir mein Leben;
Allein das heißt mir wenig geben,
Nun sei auch meines Lebens Glück!

Und dann klagt ich ihr meine Not,
Sie schlug die Augen lieblich nieder;
Ich küßte sie und sie mich wieder,
Und – vor der Hand nichts mehr von Tod.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Valentinstag Liebesgedicht : Lied eines Liebenden

Lied eines Liebenden

Beglückt, beglückt,
Wer dich erblickt,
Und deinen Himmel trinket;
Wem dein Gesicht,
Voll Engellicht,
Den Gruß des Friedens winket.

Ein süßer Blick,
Ein Wink, ein Nick,
Reißt mich zur Himmelssphäre;
Den ganzen Tag
Sinn ich ihm nach,
Und baue dir Altäre.

Dein liebes Bild,
So sanft, so mild,
Führt mich an goldner Kette;
Erwachet warm
In meinem Arm,
Und geht mit mir zu Bette.

Beglückt, beglückt,
Wer dich erblickt,
Und sich in dir berauschet;
Blick gegen Blick,
Nick gegen Nick,
Kuß gegen Kuß vertauschet.

Von Ludwig Christoph Heinrich Hölty 1748-1776

Liebesgedicht : Im Vorübergehen

Im Vorübergehen

Ich ging im Felde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.

Da stand ein Blümchen
Sogleich so nah,
Daß ich im Leben
Nichts lieber sah.

Ich wollt es brechen,
Da sagt es schleunig:
Ich habe Wurzeln,
Die sind gar heimlich.

Im tiefen Boden
Bin ich gegründet ;
Drum sind die Blüten
So schön geründet.

Ich kann nicht liebeln,
Ich kann nicht schranzen;
Mußt mich nicht brechen,
Mußt mich verpflanzen.

Ich ging im Walde
So vor mich hin;
Ich war so heiter,
Wollt immer weiter –
Das war mein Sinn.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Liebesgedichte zum Valentinstag : Ohne Titel

Ohne Titel

Es glänzt so schön die sinkende Sonne,
Doch schöner ist deiner Augen Schein.
Das Abendrot und deine Augen,
Sie strahlen mir traurig ins Herz hinein.

Das Abendrot bedeutet Scheiden
Und Herzensnacht und Herzensweh.
Bald fließet zwischen meinem Herzen
Und deinen Augen die weite See.

Von Heinrich Heine 1797-1856

Valentinstag Liebesgedicht : Liedchen

Liedchen

Euch Wolken beneid’ ich
In blauer Luft,
Wie schwingt ihr euch freudig
über Berg und Kluft!

Mein Liebchen wohl seht ihr
Im Garten gehn,
Am Springbrunnen steht sie
So morgenschön.

Und wäscht an der Quelle
Ihr goldnes Haar,
Die äugelein helle,
Und blickt so klar.

Und Busen und Wangen
Dürft ihr besehn,
Ich brenn’ vor Verlangen,
Und muß hier stehn!

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Valentinstag Liebesgedicht : Blumengruss

Blumengruss

Der Strauß, den ich gepflücket,
Grüße dich vieltausendmal!
Ich habe mich oft gebücket,
Ach, wohl eintausendmal,
Und ihn ans Herz gedrücket
Wie hunderttausendmal!

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Valentinstag Liebesgedicht : Neue Liebe

Neue Liebe

Herz, mein Herz, warum so fröhlich,
So voll Unruh und zerstreut,
Als käm über Berge selig
Schon die schöne Frühlingszeit?

Weil ein liebes Mädchen wieder
Herzlich an dein Herz sich drückt,
Schaust du fröhlich auf und nieder,
Erd und Himmel dich erquickt.

Und ich hab die Fenster offen,
Neu zieh in die Welt hinein
Altes Bangen, altes Hoffen!
Frühling, Frühling soll es sein!

Still kann ich hier nicht mehr bleiben,
Durch die Brust ein Singen irrt,
Doch zu licht ist’s mir zum Schreiben,
Und ich bin so froh verwirrt.

Also schlendr’ ich durch die Gassen,
Menschen gehen her und hin,
Weiß nicht, was ich tu und lasse,
Nur, dass ich so glücklich bin.

Von Joseph von Eichendorff 1788 – 1857

Gedichte zum Valentinstag : An eine Schläferin

An eine Schläferin

Erwache, schöne Schläferinn,
Falls dieser Kuß nicht zu bestrafen:
Doch wenn ich dir zu zärtlich bin;
Schlaf, oder scheine mir zu schlafen.

Die Unschuld, die nur halb erwacht,
Wann Lieb und Wollust sie erregen,
Hat öfters manchen Traum vollbracht,
Den Spröde sich zu wünschen pflegen.

Was du empfindest, ist ein Traum:
Doch kann ein Traum so schön betriegen?
Giebst du der Liebe selbst nicht Raum:
So laß dich dann ihr Bild vergnügen.

Ein Liebesgedicht von Friedrich von Hagedorn 1708-1754

Gedichte zum Valentinstag : Der Abschied

Der Abschied

Laß mein Aug den Abschied sagen,
Den mein Mund nicht nehmen kann!
Schwer, wie schwer ist er zu tragen!
Und ich bin doch sonst ein Mann.

Traurig wird in dieser Stunde
Selbst der Liebe süßtes Pfand,
Kalt der Kuß von deinem Munde,
Matt der Druck von deiner Hand.

Sonst, ein leicht gestohlnes Mäulchen,
O wie hat es mich entzückt!
So erfreuet uns ein Veilchen,
Das man früh im März gepflückt.

Doch ich pflücke nun kein Kränzchen,
Keine Rose mehr für dich.
Frühling ist es, liebes Fränzchen,
Aber leider Herbst für mich!

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Gedichte zum Valentinstag : [An Ulrike v. Levetzow]

[An Ulrike v. Levetzow]

Am heißen Quell verbringst du deine Tage,
Das regt mich auf zu innerm Zwist;
Denn wie ich dich so ganz im Herzen trage,
Begreif ich nicht, wie du wo anders bist.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Gedichte zum Valentinstag : Nacht

Nacht

Die Vöglein, die so fröhlich sangen,
Der Blumen bunte Pracht,
‘S ist alles unter nun gegangen,
Nur das Verlangen
Der Liebe wacht.

Tritt nicht hinaus jetzt vor die Tür,
Die Nacht hat eignen Sang,
Das Waldhorn ruft, als rief’s nach Dir,
Betrüglich ist der irre Klang,
Endlos der Wälder Labyrinth –
Behüt’ Dich Gott, Du schönes Kind!

Von Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Liebesgedicht : Die Liebende schreibt

Die Liebende schreibt

Ein Blick von deinen Augen in die meinen,
Ein Kuß von deinem Mund auf meinem Munde,
Wer davon hat, wie ich, gewisse Kunde,
Mag dem was anders wohl erfreulich scheinen?

Entfernt von dir, entfremdet von den Meinen,
Führ ich stets die Gedanken in die Runde,
Und immer treffen sie auf jene Stunde,
Die einzige; da fang ich an zu weinen.

Die Träne trocknet wieder unversehens:
Er liebt ja, denk ich, her in diese Stille,
Und solltest du nicht in die Ferne reichen?

Vernimm das Lispeln dieses Liebewehens;
Mein einzig Glück auf Erden ist dein Wille,
Dein freundlicher, zu mir; gib mir ein Zeichen!

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Liebesgedichte zum Valentinstag : An Charlotte von Stein

An Charlotte von Stein

Woher sind wir geboren?
Aus Lieb.
Wie wären wir verloren?
Ohn Lieb.
Was hilft uns überwinden?
Die Lieb.
Kann man auch Liebe finden?
Durch Lieb.
Was lässt nicht lange weinen?
Die Lieb.
Was soll uns stets vereinen?
Die Lieb.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749 – 1832

Gedichte zum Valentinstag : Wonne der Wehmut

Wonne der Wehmut

Trocknet nicht, trocknet nicht,
Tränen der ewigen Liebe!
Ach, nur dem halbgetrockneten Auge
Wie öde, wie tot die Welt ihm erscheint!
Trocknet nicht, trocknet nicht,
Tränen unglücklicher Liebe!

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Valentinstag Liebesgedicht : An Adelaiden, am Johannistage

An Adelaiden, am Johannistage

Des Sommers Lust ist neu geboren,
Die Glut des Lebens angefacht,
Und froh im Wechseltanz der Horen
Ersteht das Fest in süßer Pracht.

Und um der Blumen bunte Kränze
Reiht sich des Kreises schnelle Lust,
Umgaukelt von dem Spiel der Tänze,
Schlägt frei das Herz in jeder Brust.

Drum laß dir gern dies Liedchen bringen
In liebevoller Melodie,
Und munter, wie die Töne klingen,
Sei deines Lebens Harmonie.

Und wie an bunten Frühlingsranken,
Vom ersten Morgenstrahl begrüßt,
Der Wiesen heitre Blümchen wanken,
Wenn sie des Zephirs Hauch geküßt:

So wandle durch das frohe Leben,
Die Liebe führe still dein Herz,
Und wie die Töne sich verbeben,
So löse freundlich sich der Schmerz.

Ein Liebesgedicht von Theodor Körner 1791-1813

Valentinstag Liebesgedicht : Trauerstille

Trauerstille

O wie öde, sonder Freudenschall,
Schweigen nun Palläste mir wie Hütten,
Flur und Hain, so munter einst durchschritten,
Und der Wonnesitz am Wasserfall!

Todeshauch verwehte deinen Hall,
Melodie der Liebesred’ und Bitten,
Welche mir in Ohr und Seele glitten,
Wie der Flötenton der Nachtigall.

Leere Hoffnung! Nach der Abendröte
Meines Lebens einst im Ulmenhain
Süß in Schlaf durch dich gelullt zu sein!

Aber nun, o milde Liebesflöte,
Wecke mich beim letzten Morgenschein
Lieblich, statt der schmetternden Trompete.

Von Gottfried August Bürger 1747-1794

Valentinstag Liebesgedicht : Anklänge

Anklänge

Hoch über stillen Höhen
Stand in dem Wald ein Haus;
So einsam war’s zu sehen,
Dort übern Wald hinaus.

Ein Mädchen saß darinnen
Bei stiller Abendzeit,
Tät seidne Fäden spinnen
Zu ihrem Hochzeitskleid.

Von Joseph von Eichendorff 1788 – 1857

Valentinstag Liebesgedicht : Zur Antwort

Zur Antwort

Dir ist sonst der Mund verschlossen,
Du antwortest mir ja kaum,
Nur zu Liedern süßen Klanges
öffnest du ihn, wie im Traum.
Könnt ich auch so dichten, würden
Hübsch auch meine Lieder sein,
Sänge nur, wie ich dich liebe,
Sänge nur: ganz bin ich dein.

Ich kann dir ins Antlitz schauen,
Heiter, wie das Kind ins Licht;
Ich kann lieben, kosen, küssen,
Aber dichten kann ich nicht.
Könnt ich auch so dichten, würden
Hübsch auch meine Lieder sein,
Sänge nur, wie ich dich liebe,
Sänge nur: ganz bin ich dein.

Ein Liebesgedicht von Adelbert von Chamisso 1781-1838

Liebesgedicht : Ursachen zum Lieben

Ursachen zum Lieben

Ist alles voll von Liebe,
Da, wo die Karpen schwimmen,
Ist alles voll von Liebe,
Im Garten, auf den Fluren,
In Tälern, auf den Bergen,
In Stuben und in Kammern,
Auf Kanzeln und auf Thronen,
Im Himmel und auf Erden,
Ist alles voll von Liebe,
Soll denn mein Herz nicht voll sein?

Ein Liebesgedicht von Johann Wilhelm Ludwig Gleim 1719- 1803

Liebesgedichte zum Valentinstag : Ziel der Sehnsucht

Ziel der Sehnsucht

Wenn ich durch die Fluren schweife,
Jene suchend her und hin,
Die mich schlug in goldne Reife,
Der ich ganz zu eigen bin:

Welch ein Wünschen, welch ein Wähnen
Hebt die Seele trunken auf;
In die Wolken trägt das Sehnen,
In die Himmel mich hinauf.

Mit dem Vogel möcht’ ich fliegen,
Auf den Sternen möcht’ ich stehn,
Mich auf Windesfittich wiegen,
Brausend über Wipfel gehn!

Bis ich komme zu dem örtchen,
Wo aus Büschen tief heraus
Mit dem beigelehnten Pförtchen
Winkt ihr kleines Hüttenhaus.

Schnell verflogen, schnell zergangen
Sind die Wünsche groß und klein,
Und die Sehnsucht kehrt gefangen
Still ins stille Hüttchen ein.

Von Friedrich Rückert 1788 – 1866

Liebesgedicht : Deine Küsse

Deine Küsse

Deine Küsse, deine Brüste, deine Arme
Pressen noch lüstewarm meinen Leib.
Dein Blut, dein Fleisch
Ruht noch lüstewarm an mir.
Meine Schritte schallen,
Meine Schritte fallen härter von Stein zu Stein,
Die Erde nimmt mich in ihre Mitte,
Verwundert fällt es mir ein:
Wir lagen draußen im Weltenraum,
Wir beide allein.

Von Max Dauthendey 1867 – 1918

Valentinstag Liebesgedicht : Ohne Titel

Ohne Titel

Das ist ein Flöten und Geigen,
Trompeten schmettern drein;
Da tanzt den Hochzeitreigen
Die Herzallerliebste mein.

Das ist ein Klingen und Dröhnen
Von Pauken und Schalmein;
Dazwischen schluchzen und stöhnen
Die guten Engelein.

Von Heinrich Heine 1797-1856

Liebesgedichte zum Valentinstag : Glück der Liebe

Glück der Liebe

Einem Schmetterlinge gleicht die Liebe;
Wie er flatternd über Blumen schwebt,
So entflieht sie oft auf leichten Schwingen,
Und nur selten kehrt sie uns zurück.

Um gewaltsam ihre Flucht zu hemmen,
Strebt das kranke Herz mit leisem Weh;
Möcht’ ihr gern die raschen Flügel binden,
Gern sie bannen in der Treue Kreis.

Aber wie des Schmetterlinges Farben
Selbst in zarten Händen untergehn,
So vernichten Fesseln auch die Reize,
Die der Liebe freie Regung schmücken.

Darum öffne ihrem kurzen Glücke
Willig und genießend Geist und Herz;
Aber will es wankelmütig weichen
Trauere dann – doch halt es nicht zurück!

Von Charlotte von Ahlefeld 1781 – 1849

Liebesgedicht : Schnauz und Miez

Schnauz und Miez

Ri-ra-rumpelstiez,
wo ist der Schnauz, Wo ist die Miez?
Der Schnauz, der liegt am Ofen
und leckt sich seine Pfoten.
Die Miez, die sitzt am Fenster
und wäscht sich ihren Spenzer.
Rumpeldipumpel, schnaufeschnauf,
da kommt die Frau die Treppe rauf.
Was bringt die Frau dem Kätzchen?
Einen Knäul, einen Knäul, mein Schätzchen,
einen Knäul aus grauem Wollenflaus,
der aussieht wie eine kleine Maus.
Was bringt die Frau dem Hündchen?
Ein Halsband, mein Kindchen,
ein Halsband von besondrer Art,
auf welchem steht: Schnauz Schnauzebart.
Ri-ra-rumpeldidaus,
und damit ist die Geschichte aus.

Von Christian Morgenstern 1871 – 1914

Gedichte zum Valentinstag : Hier im Wald mit dir zu liegen

Hier im Wald mit dir zu liegen

Hier im Wald mit dir zu liegen,
moosgebettet, windumatmet,
in das Flüstern, in das Rauschen
leise liebe Worte mischend,
öfter aber noch dem Schweigen
lange Küsse zugesellend,
unerschöpflich – unersättlich,
hingegebne, hingenommne,
ineinander aufgelöste,
zeitvergessne, weltvergessne.
Hier im Wald mit dir zu liegen,
moosgebettet, windumatmet.

Von Christian Morgenstern 1871 – 1914

Gedichte zum Valentinstag : Süsse Sorgen

Süsse Sorgen

Weichet, Sorgen, von mir! – Doch ach! den sterblichen Menschen
Lässet die Sorge nicht los, eh ihn das Leben verläßt.
Soll es einmal denn sein, so kommt, ihr Sorgen der Liebe,
Treibt die Geschwister hinaus, nehmt und behauptet mein Herz!

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Liebesgedichte zum Valentinstag : An Venus

An Venus

Große Venus, mächtge Göttin!
Schöne Venus, hör mein Flehn!
Nie hast du mich
über Krügen vor dem Bacchus
Auf der Erden liegen sehn.

Keinen Wein hab ich getrunken,
Den mein Mädchen nicht gereicht,
Nie getrunken,
Daß ich nicht voll gütger Sorge
Deine Rosen erst gesäugt.

Und dann goß ich auf dies Herze,
Das schon längst dein Altar ist,
Von dem Becher
Güldne Flammen, und ich glühte,
Und mein Mädchen ward geküßt.

Dir allein empfand dies Herze,
Göttin, gib mir einen Lohn.
Aus dem Lethe
Soll ich trinken wenn ich sterbe,
Ach, befreie mich davon,

Laß mir, Gütige – dem Minos
Sei’s an meinem Tod genung –
Mein Gedächtnis!
Denn es ist ein zweites Glücke
Eines Glücks Erinnerung.

Von Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Liebesgedichte zum Valentinstag : Poesie und Liebe

Poesie und Liebe

Der Sänger rührt der Leier goldne Saiten,
Und in der Seele ist das Lied erwacht;
Es strahlt durch das gewalt’ge Reich der Nacht
Ein göttlich Licht zum Opfer aller Zeiten.

Ein Wesen nur vermag den Klang zu deuten;
Es naht sich still in süßer Himmelspracht,
Und wie vom Götterhauche angefacht,
Erglüht das Lied, die Wolken zu durchschreiten.

Da wogt ein üpp’ges Meer von Harmonieen;
Es schwebt das trunkne Lied im Strahlenflore
Durch Lichtgefilde einer ew’gen Klarheit.

Wo Lieb’ und Dichtkunst ineinander glühen,
Da öffnen sich des Himmels Rosentore,
Und aufwärts fliegt das Herz zur heil’gen Wahrheit.

Ein Liebesgedicht von Theodor Körner 1791-1813

Liebesgedicht : Zur Unzeit

Zur Unzeit

Ich wollte, wie gerne, dich herzen,
Dich wiegen in meinem Arm,
Dich drücken an meinem Herzen,
Dich hegen so traut und so warm.

Man verscheuchet mit Rauch die Fliegen,
Mit Verdrießlichkeit wohl den Mann;
Und wollt ich an dich mich schmiegen,
Ich täte nicht weise daran.

Wohl zieht vom strengen Norden
Ein trübes Gewölk herauf,
Ich bin ganz stille geworden,
Ich schlage die Augen nicht auf.

Ein Liebesgedicht von Adelbert von Chamisso 1781-1838

Valentinstag Liebesgedicht : Ohne Titel

Ohne Titel

Herz, mein Herz, sei nicht beklommen,
Und ertrage dein Geschick,
Neuer Frühling gibt zurück,
Was der Winter dir genommen.

Und wie viel ist dir geblieben!
Und wie schön ist noch die Welt!
Und, mein Herz, was dir gefällt,
Alles, alles darfst du lieben!

Von Heinrich Heine 1797-1856

Liebesgedichte zum Valentinstag : O Mensch! Gib acht ?

O Mensch! Gib acht ?

Was spricht die tiefe Mitternacht?
Ich schlief, ich schlief -,
Aus tiefem Traum bin ich erwacht: –
Die Welt ist tief,
Und tiefer als der Tag gedacht,
Tief ist ihr Weh -,
Lust – tiefer noch als Herzeleid:
Weh spricht: Vergeh!
Doch alle Lust will Ewigkeit -,
– will tiefe, tiefe Ewigkeit!

Ein Liebesgedicht von Friedrich Nietzsche 1844 – 1900

Gedichte zum Valentinstag : Ohne Titel

Ohne Titel

Das Glück, das gestern mich geküßt,
Ist heute schon zerronnen,
Und treue Liebe hab ich nie
Auf lange Zeit gewonnen.

Die Neugier hat wohl manches Weib
In meinen Arm gezogen;
Hat sie mir mal ins Herz geschaut,
Ist sie davongeflogen.

Die eine lachte, eh sie ging,
Die andre tät erblassen;
Nur Kitty weinte bitterlich,
Bevor sie mich verlassen.

Von Heinrich Heine 1797-1856

Gedichte zum Valentinstag : Ohne Titel

Ohne Titel

Du hast Diamanten und Perlen,
Hast alles, was Menschenbegehr,
Und hast die schönsten Augen –
Mein Liebchen, was willst du mehr?

Auf deine schönen Augen
Hab ich ein ganzes Heer
Von ewigen Liedern gedichtet
Mein Liebchen, was willst du mehr?

Mit deinen schönen Augen
Hast du mich gequält so sehr,
Und hast mich zu Grunde gerichtet
Mein Liebchen, was willst du mehr?

Von Heinrich Heine 1797-1856

happy valentins 2014

In dieser Zeit fanden sich die Träumer, die Romantiker, die sich von der starken Industrialisierung absetzten und die Romantik in den Vordergrund stellten. Damals wurde dem Valentinstag ebenfalls ein großer Brauch zugesprochen und Verliebte fanden immer mehr zueinander, auch wenn der Status es manchmal nicht erlauben wollte. Damals entstand auch der Begriff “Durch die Blume sprechen”, der sich zusammen mit der Blauen Blume, dem damaligen Symbol des Träumens und der melancholischen Sehnsucht, entwickelte. Damals wollten die schönen Worte betören und die Lyrik konnte sich immer mehr zu einem Massenphänomen entwickeln. Meist hat der Freund oder Geliebte der Dame zu solch einem Anlass das Gedicht vorgetragen, zusammen mit einem Strauß Blumen. Dies haben die heutigen Blumenhändler ebenso aufgegriffen und Blumen sind der Inbegriff der Liebe für den Romantiker. Es finden sich viele Lyriker dieser Zeit und auch der Epochen davor, etwa bis ins 13. Jahrhundert, sind die großen Dichter mit der Liebe immer beschäftigter.

Nicht vergessen: valentinstag 14.Februar 2014

Besonders geprägt hat diese Zeit Johann Wolfgang von Goethe, einer der deutschen Dichter überhaupt, der selbst eigentlich kein Romantiker war, von diesen aber immer zitiert wurde. Das bekannteste Gedicht von ihm schrieb er für Christiane Vulpius, das Werk “Gefunden”. Dieses Gedicht war sehr leicht geschrieben, dafür stark in den einzelnen Worten, nahezu schmachtend und einzigartig betörend. Doch war Goethe nicht der Einzige, der der Liebe huldigte. Von Eichendorff, Brentano, Nietzsche und Heine gehören zu den größten lyrischen Denker der letzten Epochen und konnten hier auch ihre Faszination zur Liebe mit Zeilen versehen. Es finden sich sehr viele Künstler, die hier bekannt wurden mit ihrer Liebeslyrik und die heutige Generation profitiert von diesen schönen Gedichten. Sie können sich mit einem Reimschema und den blumigen Wörtern besonders interessant anbieten. Die ganze Art der Liebesgedichte ist einzigartig, will verzaubern mit den Worten. Sie schließen eine Person enger an sich und das gesamte Herz wird hiermit dem Valentin ausgeschüttet. Auch kleine Sprüche haben schon solch eine Wirkung und können sich perfekt für diesen Tag nutzen lassen.

Vielfältige Gedichte

Jedes Gedicht ist einzigartig und sollte somit auch auf eine bestimmte Weise dargebracht werden. Klassisch sind die Reime und Verse natürlich als Geschenk, das zusammen mit einem Strauß Blumen, Schokolade oder Schmuck passieren sollte. Dies freut immer, denn mit den kleinen Gesten kann sich die Frau oder der Mann gleich noch geliebter fühlen. Eine noch romantischere Art ist die des Vortrags, wenn es richtig auswendig gelernt wurde. Für solch ein Vorhaben sollte jedoch ein ruhiger und schöner Platz wie ein Park mit vielen Blumen gesucht werden. Hier lässt sich mit einem schönen Picknick der romantische Charme der Natur nutzen. Auch das Vorlesen ist hier nicht zu verachten. Die Gedichte können sich auch in oder an kleinen Geschenken finden, wie einem Buch. Hier kann die erste Buchseite mit dem Gedicht verziert werden, was immer sehr romantisch ist.